Genetisch bedingter Hörverlust in der Bevölkerung ungleich verteilt

Die Häufigkeit von genetisch bedingtem Hörverlust ist laut einer Studie über Hörverlust in Deutschland von Bevölkerungsschicht zu Bevölkerungsschicht sehr ungleich verteilt.

Eine Studie, die in Deutschland in der Gegend von Köln anhand von 3,5 Millionen Personen durchgeführt wurde, zeigt, dass bedeutend mehr Kinder türkischer Eltern an einem genetisch bedingten Hörverlust leiden als Kinder von Deutschen. Das Vorkommen war 0,04% bei Kindern türkischer Eltern, das ist fast sechs Mal so hoch wie die allgemeine Rate.

Für die Studie wurden 314 schwer hörgeschädigte Kinder in Sonderschulen untersucht. Besonders häufig fand man dort eine Art der Schwerhörigkeit, die eine genetische Vorbelastung beider Elternteile voraussetzt. Es deutet darauf hin, dass das Risiko, einen erblichen Hörverlust zu erleiden, unter Bevölkerungsschichten, die aus Traditionsgründen (entfernte) Verwandte heiraten, höher ist.

Im Kontrast hierzu ist die Häufigkeit, sich einen nicht erblich bedingten Hörverlust zu erwerben, in allen Gruppen ungefähr gleich groß. Insgesamt litten rund 1% der Kinder türkischer Eltern in diesem Gebiet an schwerem Hörverlust, das ist ungefähr drei Mal so häufig wie bei Kindern der allgemeinen Bevölkerung.

Das Erlernen einer Sprache und die Sozialisierung mit anderen Kindern kann für Kinder mit schwerem und hochgradigem Hörverlust schwierig sein. Eine frühe Erkennung und Behandlung von Hörverlust ist wichtig, um die sozialen und psychischen Auswirkungen für das Kind zu minimieren.

Quelle: Scandinavian Audiology, Volume 29, no.1, 2000

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