29 März 2004

Geschäfte lassen hörgeschädigte Kunden im Stich

Viele britische Geschäfte, die es versäumen, auf die Bedürfnisse ihrer hörgeschädigten Kunden Rücksicht zu nehmen, riskieren nun, in Konflikt mit dem kommenden Teil des Diskriminierungsgesetzes für Behinderte, dem "Disability Discrimination Act", zu geraten, das im Oktober 2004 in Kraft tritt.

Das neue Gesetz verlangt von Geschäften u.a. sicherzustellen, dass hörgeschädigte Kunden beim Erwerb von Produkten oder Serviceleistungen in Läden, Banken oder Büros nicht unnötigen Hindernissen ausgesetzt sind.

Eine Studie des britischen Hörgeschädigten- und Gehörlosenverbands "RNID" unter 396 Geschäften ergab, dass nur 14 Prozent der Geschäfte von den neuen Bestimmungen des Gesetzes Kenntnis hatten. Ganze 69 Prozent der Geschäfte planen keine Änderungen oder Verbesserungen für hörgeschädigte Kunden. Ab Oktober 2004 können Unternehmen leichter verklagt und Beschwerde gegen sie eingereicht werden, falls sie den Bestimmungen des Behindertengesetzes nicht gerecht werden.

Nur zwei Prozent der Geschäfte planen, besondere Ausstattung wie Induktionsschleifenanlagen anzuschaffen und ihr Personal darin zu schulen, wie man hörgeschädigte Kunden angemessen bedient.

"Gehörlose und hörgeschädigte Kunden erwarten von kleinen Geschäften keine kostenintensiven Veränderungen, aber laut Behindertengesetz haben sie das Recht, "vernünftige Anpassungen" einzufordern," sagt Dr. John Low, Leiter des RNID, zu der RNID-Publikation "OneInSeven".

Als Konsequenz der fehlenden Aufmerksamkeit der Geschäfte auf die neuen Gesetzesforderungen und deren mangelnde Einsicht in die Bedürfnisse von hörgeschädigten Kunden, hat der RNID eine Kampagne zur Erhöhung der Aufmerksamkeit auf die Probleme bezüglich Hörverlust ins Leben gerufen.

Quelle: "The Countdown Begins", OneInSeven, Ausgabe 38 2004, RNID

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