06 Juli 2021

Hochgradige Schwerhörigkeit erhöht das Demenzrisiko

Je schwerer der Hörverlust, desto höher ist das Demenzerkrankungsrisiko. Dies zeigt eine wissenschaftliche Studie aus Korea. Besonders bei Personen unter 65 Jahren kann hochgradige Schwerhörigkeit das Demenzrisiko erhöhen.
Hochgradige Schwerhörigkeit erhöht das Demenzrisiko

Eine koreanische Studie hat gezeigt, dass die Auswirkungen von Schwerhörigkeit auf Demenz von dem Schweregrad der Hörminderung abhängig sind. Je schwerer der Hörverlust, desto höher ist dabei das Demenzerkrankungsrisiko. Die Studie konnte auch dokumentieren, dass das Risiko einer Demenzerkrankung vor allem bei Personen unter 65 Jahren mit einem hochgradigen Hörverlust ansteigt.

Die Ergebnisse der Studie bewiesen, dass das Demenzerkrankungsrisiko bei den Teilnehmern um 1,3 Mal höher war, wenn ein schwerer oder hochgradiger Hörverlust vorlag. Bei Probanden unter 65 Jahren, die eine schwere oder hochgradige Hörminderung hatten, war das Demenzerkrankungsrisiko im Vergleich zu Normalhörenden um 1,6 bis zu 1,9 Mal höher. Wie hoch das Risiko ausfiel, lag von dem Schweregrad des Hörverlusts ab.

Insgesamt nahmen 382.404 Personen an der Studie teil. Davon waren 191.202 Versuchsteilnehmer als hochgradig schwerhörig registriert, während 191.202 Probanden mit einem normalen Gehör als Kontrollgruppe an der Studie teilnahmen.

Grade von schwerem Hörverlust

Die Forscher unterschieden in der Studie zwischen drei Kategorien von schwerem Hörverlust, die nach Schweregrad unterteilt waren.

Gemäß des landesweiten koreanischen Behindertenregisters (Korean National Disability Registry; NDR) wurde der Schweregrad von schwerem bis hochgradigem Hörverlust in sechs Unterkategorien eingeteilt:

  • Beeinträchtigende Schwerhörigkeit ersten Grades (beidseitiger Hörverlust ≥ 90 dB HL und Sprachstörung),
  • beeinträchtigende Schwerhörigkeit zweiten Grades (beidseitiger Hörverlust ≥ 90 dB HL),
  • beeinträchtigende Schwerhörigkeit dritten Grades (beidseitiger Hörverlust ≥ 80 dB HL),
  • beeinträchtigende Schwerhörigkeit vierten Grades (beidseitiger Hörverlust ≥ 70 dB HL) sowie
  • beeinträchtigende Schwerhörigkeit fünften Grades (beidseitiger Hörverlust ≥ 60 dB HL).

Als beeinträchtigende Schwerhörigkeit sechsten Grades (ipsilateraler Hörverlust oder schwerer asymmetrischer Hörverlust) wurde ein Hörverlust von mehr als 80 dB HL auf dem schlechter hörenden Ohr definiert, der gleichzeitig mit einem Hörverlust von mindestens 40 dB HL auf dem besser hörenden Ohr auftrat.

Ganze 72.090 Teilnehmer waren von beeinträchtigender Schwerhörigkeit ersten bis dritten Grades betroffen, während 86.905 Teilnehmer von beeinträchtigender Schwerhörigkeit vierten bis fünften Grades betroffen waren. Die Gesamtzahl der Probanden mit einem beeinträchtigenden Hörverlust sechsten Grades betrug 32.207.

Daten

In der Studie wurden landesweite Daten des NHID verwendet, das von der gesetzlichen Krankenversicherung Koreas (Korean National Health Insurance Service; KNHIS) sowie dem koreanischen Behindertenregister (Korean National Disability Registry; NDR) unterhalten wird. Die Hörschwellen für reine Töne wurden anhand des Reintondurchschnitts (PTA) bei Frequenzen von 0,5 kHz, 1 kHz, 2 kHz und 4 kHz festgestellt.

Die Studie wurde unter dem Titel „Association between the severity of hearing loss and the risk of dementia within the 2010–2017 national insurance service survey in South Korea” in der wissenschaftlichen Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Quellen: pubmed.ncbi.nlm.nih.gov sowie Scientific Reports.

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