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30 Oktober 2017

Hörverlust verändert Gehirn

Amerikanische Forscher haben bewiesen, dass das Gehirn sich neu organisiert, wenn das Hörvermögen abnimmt. Das Gehirn verändert sich selbst bei geringstem Hörverlust.

Hörverlust verändert Gehirn

Forscher der University of Colorado, Boulder, USA, haben herausgefunden, dass sich bei Schwerhörigkeit unser Gehirn verändert.

Die Forschung wurde unter anderem von Professor Anu Sharma, Institut für Sprach- und Hörwissenschaften, Cognitive Science Center for Neuroscience, University of Colorado, Boulder durchgeführt.

Gehirnscans

Die Forscher haben das Gehirn von Menschen mit leichter Schwerhörigkeit gescannt und herausgefunden, dass sich das Gehirn schon nach drei Monaten mit leichtem Hörverlust neu zu organisieren beginnt. Auch bei einer leichten Schwerhörigkeit beginnen die Seh- und Tastsinne zu übernehmen.

„Schon in diesem Stadium beginnt die Reorganisation. Wir können sehen, dass das Sprachverständnis abnimmt, je mehr die anderen Sinne übernehmen. Das stößt zum Nachdenken an, da heute viele Menschen im Alter von 40 Jahren schon Anzeichen für eine Schwerhörigkeit haben“, so Professor Anu Sharma gegenüber ´Hørelsen´ – dem Magazin der dänischen Schwerhörigenorganisation ´Høreforeningen´.

Das Gehirn passt sich an

Laut Anu Sharma passt sich das Gehirn an. Es ist allgemein bekannt, dass bei Taubheit andere Sinne deutlicher ausgebildet werden.

Die Forscher haben feststellen können, dass der Frontallappen hart arbeiten muss, wenn Menschen mit Hörverlust Geräusche hören.

Ressourcen zum Hören verwenden

„Selbst wenn die Teilnehmer nichts anderes tun mussten, als sich Geräusche anzuhören, konnte man deutlich sehen, dass der Frontallappen aktiviert wurde. Selbst Menschen mit leichter Schwerhörigkeit müssen damit hart arbeiten und sich anstrengen. Sie werden dadurch müde. Es ist eine ständige kognitive Belastung, die Energie kostet“, erklärt Professor Anu Sharma weiter.

Hörgeräte können Abhilfe schaffen

Professor Anu Sharma berichtet auch, dass eine kleinere Studie gezeigt hat, dass die Verwendung von Hörgeräten in 30 Tagen das Gehirn eines normal hörenden Menschen verändern kann. Dadurch wird einmal mehr unterstrichen, wie wichtig es ist, dass Hörgeräte gut angepasst sind und die gesamte Zeit verwendet werden.

Professor Anu Sharma wurde im Frühjahr 2017 von ´Hørelsen´ auf einer Konferenz im Center für Kommunikation und Gesundheitstechnologie in Odense, Dänmerk interviewt.  

Quelle: Hørelsen, Nr. 3. Januar 2017

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