Hörgeschädigte Schüler in normalen Klassen haben es schwer

Auch leichtere Fälle von Hörverlust können Probleme in der Schule mit sich bringen. Deshalb sollte man Ausschau nach Anzeichen von Hörverlust bei Schülern und Schulkindern halten.

In normalen Schulen erleben schwerhörige Kinder meist Probleme im Alltag, es sei denn, sie bekommen Unterstützung und Hilfe geboten. Die hörbehinderten Schüler sind tendenziell nicht gut in den Klassenverband integriert und verhalten sich meist zurückhaltend.

Viele Schüler geben außerdem nicht zum Ausdruck, dass sie das vom Lehrer Gesagte nicht richtig verstehen. Auch ihre Mitschüler bitten sie nicht darum, das Gesagte zu wiederholen, um keine Aufmerksamkeit auf den Hörverlust zu lenken. Manche erzählen den Lehrern sogar, dass sie keine weiteren Hilfsmittel benötigen, obwohl ein verstärkendes Mikrofon ihre Verständigungsprobleme im Unterricht beheben könnte.

Wollen normal sein

Kinder und Jugendliche versuchen oft sich genauso zu verhalten wie ihre normal hörenden Klassenkameraden und erleben gleichzeitig, dass sie nicht ernst genommen werden, wenn sie auf ihre Probleme aufmerksam machen. Dies hat oft soziale Konsequenzen, und viele Betroffene halten sich dementsprechend mit eigenen Beiträgen zurück. Die fehlende Rücksichtnahme auf die Hörprobleme der Schüler bewirkt in vielen Fällen, dass die Betroffenen erschöpft und mit Kopfschmerzen von der Schule nach Hause kommen.

Auch ein geringer, nichtidentifizierter Hörverlust kann das Lernverhalten im Schulalter maßgeblich beeinflussen und Lernschwierigkeiten mit sich bringen. Die Leistung im Klassenzimmer leidet wenn ein Kind extra Energie aufbringen muss, um dem Gesprochenen des Lehrers zu folgen und gleichzeitig mitschreiben zu können. Viele Fälle von Hörverlust im Schulalter bleiben unentdeckt, da die Betroffenen glauben, dass den Problemen in der Schule eine Konzentrationsstörung zugrunde liege.

Quelle: American Speech-Language-Hearing Association, Februar 2008