19 Januar 2004

Hörgeschädigtem Arbeiter 612 000 US-Dollar wegen ungerechter Kündigung zugesprochen

Nach 32 Jahren als Arbeiter in einem Chemiewerk in Texas begann Victor Skrabanek Hörprobleme zu bekommen. Tests zeigten, dass sein Hörverlust durch exzessiven Lärm in der Fabrik in Bay City, südlich von Houston, verursacht wurde.

Doch als er eine Entschädigungsleistung für Arbeiter beantragte, lehnte sein Arbeitgeber, die "Celanese Chemical Corporation", das Gesuch ab. Kurz darauf, im Januar 2000, wurde Skrabanek wegen der Befüllung eines Tanks mit einer falschen Chemikalie entlassen.

Dreieinhalb Jahre später, im August 2003, sprach eine Jury im Matagorda County dem früheren Arbeiter 612 000 US-Dollar zu, nachdem sie befunden hatte, dass er von der Firma als Vergeltung für seinen Entschädigungsantrag entlassen wurde. In dem Prozess wurde als Beweis angeführt, dass eine falsche Tank-Befüllung normalerweise kein Kündigungsgrund ist, so Gregg Robinson, Anwalt für Arbeitsrecht bei "Rosenberg and Associates" in Houston.

Celanese erklärte, dass Skrabanek vorher bereits verwarnt worden war und gewusst habe, dass ein weiterer Fehler zu einer Kündigung führen würde. Das Unternehmen konnte jedoch keine Dokumente aus der Personalmappe als Beweis dafür vorlegen, dass solche Verwarnungen stattgefunden hatten.

Ein Anwalt von Celanese sagte, das Unternehmen werde das Urteil anfechten.

Heute arbeitet Skrabanek als Fahrradmonteur in einem Warenhaus. Nach seiner Entlassung zahlte er 5000 US-Dollar aus eigener Tasche für die benötigten Hörgeräte.

Quelle: The Houston Chronicle, 5. August 2003

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