02 Oktober 2003

Hörverlust bei Älteren oftmals nicht diagnostiziert

Hörverlust ist die dritthäufigste chronische Beschwerde bei älteren Leuten und wirkt sich deutlich auf ihre körperliche und geistige Gesundheit aus.

Doch eine neue amerikanische Studie besagt, dass die meisten älteren Patienten weder auf Hörverlust untersucht noch behandelt werden, obwohl einfache Screening-Methoden zur Verfügung stehen und vom Allgemein- oder Hausarzt leicht durchzuführen sind.

Laut der Studie sind zwischen 25 und 40 Prozent der US-Amerikaner über 65 Jahren von Hörschäden betroffen. Eine effiziente Behandlung könnte ihr Gehör deutlich verbessern. Doch die meisten älteren Menschen durchlaufen keinen einfachen Screening-Test. Weniger als 10 Prozent der Allgemeinärzte screenen ältere Patienten auf Hörverlust und nur 25 Prozent der Patienten, die ein Hörgerät gebrauchen könnten, bekommen auch eins.

Die Studie stützt sich auf eine Untersuchung von 1595 wissenschaftlichen Artikeln, die zwischen 1985 und 2001 veröffentlicht wurden, und wurde im "Journal of the American Medical Association" am 16. April 2003 publiziert.

"Viele Leute haben den Hörverlust als einen Teil des Alterns akzeptieren gelernt," sagt Bevan Yueh, leitender Autor der Studie, zu den "HealthScoutNews". "Was nicht akzeptiert werden sollte, ist der daraus resultierende Verlust an Lebensqualität. Hörverlust kann effektiv behandelt werden."

Die Studie ergab, dass ein starker Zusammenhang zwischen Hörverlust und sozialer Isolation, Depression, niedrigem Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags besteht.

Die Autoren der Studie empfehlen, dass Hörverlust-Screening genau so normal werden sollte wie Blutdruckmessen und Seh-tests. Die zwei einfachen Vorgänge für ein erstes Hör-Screening bestehen aus einem handgehaltenen Audioskop und der Verteilung von einem kurzen Fragebogen, den der Patient im Warteraum ausfüllen könnte.

Screening ist sehr wichtig, da der Patient selber oftmals sein schlechtes Gehör nicht bemerkt, weil es sich über einen längeren Zeitraum verschlechtert hat. Viele sind trotz sozialer Isolation nicht darüber im Klaren, wie schlecht sie hören und bleiben zu Hause, um Fernsehen zu gucken. Dr. Yueh kennt Leute, die nicht mehr mit ihren Enkelkindern sprechen und kein Sozialleben mehr haben und fügt hinzu: "Dann bekommen sie ein Hörgerät und jetzt nehmen sie wieder voll am Leben teil."

Quellen: The Journal of the American Medical Association, Band 289, Nr. 15, 16. April 2003 und HealthScoutNewsReporter, 15. April 2003

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