23 Juni 2004

Internationale Empörung über vorgeschlagenes EU-Verbot für Hörgerätebatterien

Die führenden internationalen Hörgeschädigten-Organisationen legen ausdrücklich Einspruch gegen die Pläne des Europäischen Parlaments ein, das vorsieht, Knopfzellen-Batterien zu verbieten, von denen Millionen Hörgerät-Benutzer abhängig sind.

Die EU-Kommission hatte in einem Vorschlag umfassende Batterie-Einsammlung und -Wiederverwertung dargelegt, um einer Umweltverschmutzung mit Schwermetallen durch das Wegwerfen von Batterien vorzubeugen. Das Europäische Parlament stimmte jedoch für ein komplettes Verbot von Blei und anderen Schwermetallen in Batterien. Wie bereits berichtet würde ein Verbot von Blei die einzig existierende Batterietechnologie für Hörgeräte verbieten.

In einer deutlich formulierten, gemeinsamen Stellungnahme forderten die Vorstände des Europäischen Hörgeschädigtenbundes(EFHOH) und des weltweit tätigen Internationalen Hörgeschädigtenbundes(IFHOH) die Mitglieder des Europäischen Parlaments dringend dazu auf, bei der zweiten Lesung der neuen Batterie-Bestimmungen am 2. Juli die Bedürfnisse von hörgeschädigten Menschen zu berücksichtigen.

EFHOH and IFHOH erklären sich bereit, das Äusserste für den Schutz unserer Umwelt zu tun, indem alle Anstrengungen unterstützt werden sollen, gebrauchte Batterien einzusammeln und zu recyceln. "Die Batterie-Direktive geht jedoch weit darüber hinaus und könnte bedeuten, dass passende Hörgerätebatterien auf dem Markt nicht länger erhältlich sind," so die gemeinsame Stellungnahme.

"Wir unterstützen besonders die Anstrengungen der Batterie-Industrie, Blei und andere Schwermetalle in Batterien zu reduzieren, so weit wie dies technologisch möglich ist. Doch dies sollte nicht zu einer verminderten Qualität und Effizienz der Hörgerätebatterie führen. Das wäre eine Katastrophe für Millionen von Verbrauchern mit Hörschädigungen."

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