23 Februar 2011

Jeder Achte sagt: ”Ja, ich bin schwerhörig“

Jeder achte Erwachsene in Europa gibt an, schwerhörig zu sein. Jedoch benutzen zwei von drei Betroffenen kein Hörgerät. Dies sind die Ergebnisse einer Untersuchung, die in Deutschland, England und Frankreich durchgeführt wurde.

Fast 45.000 Menschen in Deutschland, England und Frankreich wurden gefragt, ob sie der Meinung sind, an einer Minderung des Hörvermögens zu leiden. In Deutschland beantworteten 15,1 Prozent der über 18-Jährigen diese Frage mit Ja. In Frankreich waren es 12,7 Prozent während es in England 11,5 Prozent waren. Vergleichbare Studien aus den USA brachten ähnliche Zahlen ans Licht. In den Staaten beläuft sich die Zahl auf 11 bis 12 Prozent.

Außerdem zeigte die Untersuchung, dass zwei von drei schwerhörigen Europäern kein Hörsystem verwenden, auch wenn sie davon profitieren würden. In England gaben nur 38,6 Prozent, derjenigen, die meinen, schwerhörig zu sein an, dass sie ein Hörgerät verwenden. In Deutschland sind es 31,8 Prozent und 29,8 Prozent in Frankreich. Die aus den USA bekannte Zahl beläuft sich auf 25 Prozent.

Reelle Zahl noch höher

„Die reelle Zahl der Schwerhörigen liegt höher, als die Anzahl derjenigen, die sich der Schwerhörigkeit bewusst sind. Würde man bei allen Probanden einen objektiven Hörtest durchführen, anstatt sie zu befragen, würde sich die Zahl typischerweise auf 15 bis 20 Prozent belaufen. Das entspricht jeder sechsten Person. Der Unterschied liegt daran, dass ein Hörverlust meist zeitiger messbar ist, als dass man ihn selbst bemerkt“, erklärt Søren Hougaard, Secretary General, EHIMA.

Landesunterschiede

Die Tatsache, dass die Anzahl der Schwerhörigen in Deutschland höher liegt, als in Frankreich und England, lässt sich mit einem höheren Durchschnittsalter der Bevölkerung erklären.

Die unterschiedlichen Zahlen bezüglich der Verwendung von Hörsystemen sind verschiedenen Versorgungssystemen geschuldet. Während die Kosten für ein Hörgerät in England durch den National Health Service getragen werden, werden Hörgeräte in Deutschland und Frankreich bei privaten Akustikern erworben und bezuschusst. In den USA hingegen gibt es kaum eine Bezuschussung bei der Anschaffung von Hörgeräten, abgesehen von einer Ordnung für Veteranen.

Über die Studie

Die Studie wurde vom Anovum, Schweiz, im Auftrag von EHIMA (European Hearing Instrument Manufacturers Association) durchgeführt und 2010 veröffentlicht. 15.000 Menschen wurden jeweils in Deutschland England und Frankreich zum Thema Gehör und der Verwendung von Hörgeräten befragt.

Quelle: Euro Track, Anovum/EHIMA und MarkeTrak Surveys, USA

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