02 September 2020

Jeder neunte Europäer schätzt sich selbst als schwerhörig ein

Sind auch Sie schwerhörig? Ganze 58,5 Millionen Menschen in Europa würden diese Frage mit „Ja“ beantworten.

Laut aktueller Berechnungen schätzen sich ganze 11,1 % der europäischen Bevölkerung oder 58, 5 Millionen Europäer als schwerhörig ein. Die Hochrechnungen beruhen auf Daten der neuesten EuroTrak-Studien zum Thema Hören und Hörverlust, die in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt worden sind.

Zahlen der neuesten EuroTrak-Studien zeigen, dass 53,4 % der Europäer im Alter von 65 Jahren oder älter sich selbst als schwerhörig einschätzen. Ganze 20 % der europäischen Bevölkerung sind über 65 Jahre alt.

Die neuesten EuroTrak-Studien umfassen Daten aus elf europäischen Ländern. Insgesamt nahmen 158.180 Personen an der Umfrage teil. 14.306 der Befragten bezeichneten sich selbst als schwerhörig.

Die EuroTrak-Studien werden von dem Schweizer Marktforschungsinstitut Anovum im Auftrag der Europäischen Vereinigung der Hörgerätehersteller (EHIMA) entworfen und durchgeführt.

Überraschende Daten

Italien ist das europäische Land mit der ältesten Bevölkerung und hat die zweithöchste Anzahl schwerhöriger Einwohner. Ganze 23,1 % der Italiener sind 65 oder älter, während 12,2 % sich selbst als schwerhörig einstufen.

In Irland sieht dies schon ganz anders aus. Nur 14,5 % der Bewohner der Grünen Insel sind älter als 65 Jahre und nur 7,6 % haben einen selbst berichteten Hörverlust.

In Polen schätzen sich hingegen mehr Menschen als schwerhörig ein, als man aufgrund der Gesamtzahl der Personen im Alter von 65 oder älter erwarten würde.

In der Schweiz sind weniger Menschen als zunächst geschätzt schwerhörig, obwohl rund 18.5 % der Schweizer 65 Jahre oder älter sind. Anhand Daten aus anderen europäischen Ländern erwarteten die Marktforscher, dass ganze 9,9 % der Schweizer sich selbst als schwerhörig betrachten würden. Laut der neuesten Schweizer EuroTrak-Studie war dem jedoch nicht der Fall und nur 7.7 % der Schweizer berichteten von Hörproblemen.  

So viele benutzen Hörgeräte

Im Zuge der neuesten elf EuroTrak-Studien wurden mehr als die Hälfte (53 %) all derer, die sich selbst als schwerhörig bezeichneten, von medizinischem Fachpersonal als Kandidaten für Hörgeräte eingestuft und an Hörakustiker überwiesen. Insgesamt begannen 39 % der Personen mit einem selbst berichteten Hörverlust, Hörgeräte zu nutzen.

Sobald sie eine Hörminderung bemerken, wenden sich 75 % aller Betroffenen zunächst an medizinisches Fachpersonal. In den meisten Fällen sind der Hausarzt oder ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt die ersten Ansprechpartner, die ganze 70 % der Betroffenen nach der Diagnose an einen Hörakustiker überweisen. Letztendlich beginnen rund 73 % der an Hörakustiker überwiesenen Patienten, Hörgeräte zu nutzen.

Die Tabelle unten zeigt die Anzahl der Personen mit einem selbst berichteten Hörverlust in 30 europäischen Ländern. Die Daten basieren sich auf einer in den jeweiligen Ländern durchgeführten Umfrage oder einer Hochrechnung, die auf Daten der in anderen Ländern durchgeführten Umfragen beruht.

Hier können Sie den Bericht herunterladen (auf Englisch).

Jeder neunte Europäer schätzt sich selbst als schwerhörig ein

Quelle: AEA, EFHOH und EHIMA: „Getting the numbers right on Hearing Loss, Hearing Care and Hearing Aid Use in Europe”, Juni 2020.

 

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