In der EU leben 22,6 Millionen Menschen mit einer unbehandelt beeinträchtigenden Schwerhörigkeit

Ganze 34,4 Millionen erwachsene EU-Bürger leben mit einem Hörverlust von mehr als 35 Dezibel. Rund zwei Drittel aller Betroffenen werden jedoch nicht behandelt.

Innerhalb der EU leben 34,4 Millionen Erwachsene mit einem Hörverlust von mehr als 35 Dezibel. Laut Umfragen, die in einer Reihe von europäischen Ländern durchgeführt worden sind, unternimmt jedoch nur jeder dritte Betroffene etwas gegen seine Hörprobleme. Mit anderen Worten haben 22,6 Millionen EU-Bürger eine unbehandelte Hörminderung.

Von allen europaweit lebenden Schwerhörigen haben fast 10 Millionen Personen eine Hörbeeinträchtigung von 50 Dezibel oder mehr. Trotzdem sind rund 5,5 Millionen von ihnen nicht mit Hörgeräten versorgt. Eine so starke Schwerhörigkeit isoliert die Betroffenen von ihrem sozialen Umfeld und erschwert es ihnen arbeiten zu gehen oder am öffentlichen Leben teilzunehmen.

Insgesamt gibt es in allen europäischen Ländern 47,9 Millionen Erwachsene mit einer unbehandelten Hörbeeinträchtigung.

Die folgenden Angaben sind der Datengrundlage der Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs”, die kürzlich von der Interessenorganisation hear-it AISBL veröffentlicht wurde, entnommen.

Was kostet unbehandelte beeinträchtigende Schwerhörigkeit?

In der EU verursachen Hörbeeinträchtigungen von 35 Dezibel oder mehr Gesamtkosten von 185 Milliarden Euro im Jahr. Diese Summe setzt sich aus Folgekosten geringer Lebensqualität und hoher Arbeitslosigkeit bei Schwerhörigen zusammen. Eine Hörminderung hat negativen Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen, wodurch Kosten von 130 Milliarden Euro jährlich entstehen. Hohe Arbeitslosigkeit führt wiederum zu einem Produktivitätsverlust, der Kosten von 55 Milliarden Euro pro Jahr verursacht.

Gebrauch von Hörgeräten

Die in einer Reihe von europäischen Ländern durchgeführten EuroTrak Umfragen zeigen, dass durchschnittlich nur 35 % der Schwerhörigen ausreichend mit Hörgeräten und anderen Hörlösungen
versorgt sind. Der Gebrauch von Hörgeräten steigt mit dem Alter der Betroffenen und dem Grad der Schwerhörigkeit an. Nichtsdestotrotz bleiben Hörminderungen bei 65 % aller schwerhörigen Europäer unbehandelt.

Zur Studie

„Hearing Loss - Numbers and Costs” ist eine Metastudie, die im Auftrag der hear-it AISBL von Professor Emerita Bridget Shield mit Unterstützung von Professor Mark Atherton erstellt wurde. Beide sind an der Brunel Universität zu London tätig.

Im Rahmen der Studie wurden Hunderte wissenschaftliche Artikel und Studien ausgewertet und miteinander verglichen. Alle in die Metastudie einbezogenen Veröffentlichungen wurden in den letzten zwanzig Jahren herausgegeben und beschäftigen sich mit der Häufigkeit und den Folgen von Schwerhörigkeit sowie dem Gebrauch und den Vorteilen von Hörgeräten.

Quelle: Studie „Hearing loss – Numbers and Costs”.

Interactive map: Number of people with a disabling hearing loss in the European countries.

Tabelle: Anzahl der Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung pro EU-Land (insgesamt und unbehandelt):

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