31 März 2020

Jedes sechste polnische Schulkind ist schwerhörig

Mehr als 16 % aller schulpflichtigen polnischen Kinder haben einen Hörverlust von 20 dB oder mehr. Laut einer wissenschaftlichen Studie tritt Schwerhörigkeit in Polen bei jüngeren Kindern häufiger auf als bei älteren.

Ganze 16,4 % der polnischen Kinder im schulpflichtigen Alter sind schwerhörig. Eine polnische Studie zeigte zudem, dass Hörverluste bei jüngeren Kindern deutlich häufiger waren als bei älteren. Besonders milde Hörminderungen kamen bei den Probanden vor, während mittelstarke oder schwere Hörverluste eher selten waren. Dabei traten einseitige Hörminderungen (unilateraler Hörverlust) häufiger auf als beidseitige Hörminderungen (bilateraler Hörverlust).

Hörminderungen in verschiedenen Frequenzen

Im Laufe der Studie wurde bei 6,2 % der Kinder eine Tieftonschwerhörigkeit festgestellt. Bei rund 7,4 % der Kinder wurde dahingegen eine Hochtonschwerhörigkeit diagnostiziert. Letztendlich wurde bei 5,6 % der Teilnehmer eine Schwerhörigkeit in den mittleren Frequenzen zwischen 500 und 4000 Hertz festgestellt. Der Hörverlust im Mitteltonbereich wurde anhand des Reinton-Durchschnitts vierer Frequenzen ermittelt. Die meisten Fälle wurden bei jüngeren Kindern beobachtet.

Bei manchen Patienten kann eine Tieftonschwerhörigkeit bleibend sein. Eine der Hauptursachen für eine permanente Tieftonschwerhörigkeit sind Mittelohrentzündungen.

Fakten zur Studie

Alle schulpflichtigen Kinder, die an der Studie teilnahmen, stammten aus der allgemeinen, kinderärztlich und nicht klinisch behandelten Bevölkerung in den ländlichen Gegenden. Die Teilnehmergruppe zählte 67.416 Kinder im Alter zwischen sechs und 13 Jahren aus allen 16 Regionen Polens. Ziel der Studie war die Häufigkeit von Hörverlusten bei schulpflichtigen Kindern in den ländlichen Regionen Polens zu ermitteln. Die Studie wurde zwischen September 2016 und Juni 2017 durchgeführt.

In der Studie wurde die Reinton-Hörschwelle bei Luftleitung bei 0,5-8 kHz festgehalten.

Hörminderungen verschiedener Art wurden als ein Reinton-Durchschnitt größer als 20 dB in einem oder beiden Ohren definiert.

Warum sind jüngere Kinder häufiger betroffen?

Die Verfasser der Studie vermuten, dass das erhöhte Vorkommen von Hörverlusten bei jüngeren Kindern verschiedene Ursachen haben könnte. Zunächst ziehen sich jüngere Kinder häufiger Ohrentzündungen zu als ältere. Zweitens ist das Immunsystem kleinerer Kinder noch nicht voll ausgereift. Letztendlich treten Mittelohrentzündungen oft als Folgeerkrankungen anderer Infektionen auf.

Die Studie „Prevalence of hearing loss among polish scholl-age children fron rural areas – Results of hearing screening program in the sample of 67,416 children“ wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift International Journal of Pediatric Otorhinolaryngology veröffentlicht.

Quelle: International Journal of Pediatric Otorhinolaryngology.

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