30 Juni 2020

Jugendliche in Deutschland setzen ihr Gehör aufs Spiel

Laut einer neuen Studie sind besonders junge, bildungsferne Männer häufig gefährlichem Lärm ausgesetzt.

Eine deutsche Studie hat gezeigt, dass ein riskanter „Genuss“ von Freizeitlärm mit einem niedrigeren Bildungsniveau zusammenhängt. Dazu zählt auch das Hören von zu lauter Musik auf tragbaren Musikabspielgeräten. Im Allgemeinen setzen sich Jugendliche aus Haushalten Alleinerziehender eher Freizeitlärm aus. Jungen sind insgesamt häufiger betroffen als Mädchen, woraus die Forscher schließen, dass auch das Geschlecht eine wichtige Rolle spielt.

In der Studie neigten Jugendliche mit einem Migrationshintergrund eher dazu, viel zu laut Musik zu hören.

Der „Lärmkonsum“ von bis zu 73 % aller teilnehmenden Schüler überschritt im Laufe der Studie irgendwann einen Geräuschpegel von 85 dB(A).

Laute Gewohnheiten ändern sich mit dem Alter

Die Lärmbelastung und die Bedeutung verschiedener Freizeitaktivitäten für die Jugendlichen änderten sich mit zunehmendem Alter vom Musikhören auf Stereoanlagen über den Gebrauch von Kopfhörern bis hin zu Discothekbesuchen.

Ziel der Studie war, Freizeitlärmbelastungen und soziodemografische Determinanten risikoreicher Freizeitbeschäftigungen zu ermitteln. Im Rahmen der Studie wurde deshalb in einer deutschen Stadt im Zeitraum von 2009-2011 die Lärmbelastung bei achtzehn verschiedenen Arten von Freizeitbeschäftigungen gemessen. Es nahmen insgesamt 2.148 Neuntklässler – ungeachtet der Schulform – an der Studie teil.

Als „riskante Exposition“ bezeichneten die Forscher eine Lärmbelastung von durchschnittlich mehr als 84 dB(A) verteilt über eine Vierzigstundenwoche.

Die Studie wurde unter dem Titel „Longitudinal analysis of leisure noise exposure among adolescents with special focus on portable listening devices: the OHRKAN cohort study” in der anerkannten wissenschaftlichen Zeitschrift „International Journal of Audiology“ veröffentlicht.

Quellen: www.ncbi.nlm.nih.gov und „International Journal of Audiology“.

 

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