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27 November 2018

Kinder mit einer Schwerhörigkeit erleben mehr Schikane im Alltag

Laut einer amerikanischen Studie werden schwerhörige Kinder und Jugendliche statistisch gesehen öfters drangsaliert als Gleichaltrige mit einem normalen Gehör.

Kinder mit einer Schwerhörigkeit erleben mehr Schikane im Alltag

Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass Kinder mit Behinderungen, wie beispielsweise einer Schwerhörigkeit, öfters schikaniert werden als nicht behinderte Kinder. Insgesamt erleben 38,7 % aller schwerhörigen Kinder und 50 % aller schwerhörigen Jugendlichen Schikane.

Zweimal mehr als der Durchschnitt

In der Studie wurden die Erfahrungen von sieben- bis elfjährigen Kindern und zwölf- bis achtzehnjährigen Jugendlichen, die von einem Hörverlust betroffen sind, mit denen normalhöriger Kinder und Jugendlichen verglichen. Im Vergleich zu 28 % der normalhörigen Jugendlichen erlebte die Hälfte der teilnehmenden Schwerhörigen Schikane in ihrem Alltag. 38,7 % der schwerhörigen Kinder fühlten sich drangsaliert, während 30 % der normalhörigen Kinder gehänselt wurden. Insgesamt waren Kinder mit einer Schwerhörigkeit seltener Schikane ausgesetzt als schwerhörige Jugendliche.

Welche Formen von Schikane?

Laut der Studie haben Kinder mit einem Hörverlust ein höheres Risiko tyrannisiert zu werden, da sie, beispielsweise von Mitschülern, als „anders” betrachtet werden. In der Studie wurde festgehalten, dass 25 % der jugendlichen Schwerhörigen sich von sozialen Aktivitäten ausgeschlossen fühlten. Im Vergleich dazu fühlten sich nur 5 % der normalhörigen Jugendlichen ausgegrenzt. Für Jugendliche, die von einem Hörverlust betroffen sind, war die Wahrscheinlichkeit, in ihrem Alltag Zwang und Nötigung ausgesetzt zu werden höher, als für normalhörige Jugendliche: Ganze 17,5 % der Schwerhörigen erlebten im Vergleich zu 3,6 % der Normalhörigen Zwang in ihrem Alltag. Darüber hinaus wurden in der Studie das Zerstören von persönlichem Eigentum und grobe Beschimpfungen als weitere Formen von Schikane angeführt.

„Manchmal verpassen schwerhörige Kinder und Jugendliche Wortspiele, Zweideutigkeiten oder andere Hinweise auf einen humorvollen Sprachgebrauch. Oder – wenn etwas sehr leise und an einem lauten Ort gesagt wird, kann ein schwerhöriger Schüler dies nicht hören. Und das kann dazu führen, dass sich derjenige wie ein Ausgestoßener fühlt oder den anderen als ausgestoßen vorkommt”, sagt Dr. Andrea Warner-Cryz, die als Forscher an der Studie beteiligt war und als Assistenzprofessor an der Fachstelle für Kognitionswissenschaften der University of Dallas in den USA angestellt ist.

In der Studie wurden auch die Meinungen der Teilnehmer zu möglichen Ursachen der Schikanen untersucht. Rund 45 % der Teilnehmer konnten sich nicht erklären, weshalb es zu den wiederholten Quälereien kam, während 20 % der Überzeugung waren, aufgrund ihrer Schwerhörigkeit oder ihrer Hörprothese schikaniert zu werden. Andere 20 % der Teilnehmer dachten, dass sie wegen ihres Aussehens oder ihres Verhaltens tyrannisiert wurden.

Zur Studie

An der Studie nahmen schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die Hörprothesen oder Hörgeräte benutzen, teil. Die Teilnehmer füllten die Umfrage „National Crime Victimization Survey’s School Crime Supplement” aus dem Jahre 2009 aus und die Ergebnisse wurden mit denen von normalhörigen Kindern und Jugendlichen aus der Durchschnittsbevölkerung auf nationaler Ebene verglichen.

Quellen:www.utdallas.edu   sowie “Effect of Hearing Loss on Peer Victimization in School-age Children” herausgegeben bei Sage Pub Journals in 2018.

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