12 Dezember 2012

Kopfhörer gefährlich wie Jetflieger

Wer die Lautstärke zu laut dreht, riskiert die Schädigung der Oberfläche der Haarsinneszellen im Innenohr. Das kann zu temporärem Hörverlust führen.

Beim Gebrauch von Kopfhörern werden viele dazu verleitet, das Gehör Lautstärken auszusetzen, die einem Jetflieger entsprechen. Bekanntlich können Lautstärkebelastungen von über 110 Dezibel Hörprobleme wie temporäre Schwerhörigkeit und Tinnitus verursachen. Nun konnte erstmals die zugrundeliegende Zellschädigung dokumentiert werden.

Forscher der Universität Leicester, England, haben bewiesen, dass bei hoher Lautstärke eine Schädigung der Oberfläche der Haarsinneszellen eintritt.

Oberfläche der Nervenzellen

Nervenzellen, die elektrische Impulse an Innenohr an das Gehirn weiterleiten, verfügen über eine Myelin-Schicht, die zur Weiterleitung der elektrischen Impulse dient. Bei Geräuschen von über 110 Dezibel kann sich die Schicht von den Zellen ablösen. Dadurch wird die Signalübertragung verhindert. Die Zellen können die aufgefangenen Signale nicht mehr an das Gehirn weiterleiten.

Die Myelin-Schicht kann sich aber wieder an die Zellen anlegen, wodurch eine normale Funktionswiese wiederhergestellt wird. Es handelt sich also um eine temporäre Form von Schwerhörigkeit.

Reversible Schwerhörigkeit

Forschungsleiterin Dr. Martine Hamann von der Universität Leicester, Department of Cell Physiology and Pharmacology erklärt:

„Jetzt verstehen wir, weshalb Schwerhörigkeit in manchen Fällen zeitlich begrenzt ist. Wir haben nachgewiesen, dass die Schicht bei der Hälfte der untersuchten Zellen losgelöst ist. Das ist, als ob das Kabel, welches einen Verstärker und Lautsprecher verbindet, lose ist. Das Phänomen ist umkehrbar und nach drei Monaten hatte sich das Gehör wieder erholt und die Myelin-Schicht wieder mit den Zellen verbunden.“

Die Forschungsergebnisse wurden im “the Proceedings of the National Academy of Sciences” veröffentlicht.

Quelle: www.sciencedaily.com

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