Lückenhaftes Wissen über Schwerhörigkeit

Mit einer Gesamtbevölkerung von 400 Millionen und großen Unterschieden im Gesundheitswesen der einzelnen Länder ist es schwierig, sich ein genaues Bild vom Ausmaß des Problems Schwerhörigkeit und den damit verbundenen Folgen für diesen Erdteil zu machen.

Der Vorbeugung und Behandlung von Hörminderungen wird keine hohe Priorität eingeräumt. Dies spiegelt eine Haltung wider, die zum Teil durch die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen dieser Länder diktiert wird.

Zahlen aus Lateinamerika

  • In Brasilien wird bei weniger als 30 Prozent der schwerhörigen Kinder vor Erreichen des dritten Lebensjahres eine Diagnose gestellt.
  • Nahezu 1,5 Millionen Chilenen haben Probleme mit dem Gehör.
  • Nur 29 Prozent der hörgeschädigten Chilenen haben eine Arbeit.
  • In Costa Rica kommen drei von 1.000 Kindern mit einer Hörschädigung zur Welt.

Die Bedingungen, unter denen ausführliche Screening-Programme in Lateinamerika durchgeführt werden, sind schwierig. Viele Regionen sind schwer zugänglich und das dortige Gesundheitssystem oft unzureichend.

Mehrere Länder planen, Screening-Programme durchzuführen, doch die Ergebnisse werden erst in Zukunft in internationalen Medizin-Fachzeitschriften zu lesen sein.

Quelle: Audiology, 2000; 39 (5): 212-20