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03 April 2019

Mehr als die Hälfte aller Bauarbeiter ist schwerhörig

Laut einer Studie haben 55 % aller amerikanischen Bauarbeiter eine Hörbeeinträchtigung.

Mehr als die Hälfte aller Bauarbeiter ist schwerhörig

Eine aktuelle wissenschaftliche Studie hat belegt, dass Schwerhörigkeit bei amerikanischen Bauarbeitern altersabhängig ist. Je älter die Testpersonen waren, um so häufiger traten Hörbeein-trächtigungen auf. Hierbei konnte ein rasanter Anstieg beobachtet werden: Während nur 16,1 % der Testpersonen unter 45 Jahren schwerhörig waren, hatten ganze 86,4 % der Testpersonen über 65 Jahren Hörprobleme.

Zudem konnten die Forscher feststellen, dass verschiedene ethnische Gruppen unter den Testpersonen unterschiedlich häufig Hörbeeinträchtigungen entwickelten. Somit wurde bei 30,2 % der afro- und bei 49,5 % der hispanoamerikanischen Testpersonen eine Schwerhörigkeit festgestellt. Rund 56 % aller Bauarbeiter asiatischer Abstammung litten unter einer Hörbeeinträchtigung, während ganze 61,7 % der weißen Testpersonen schwerhörig waren. Am häufigsten verbreitet waren Hörprobleme jedoch bei Bauarbeitern indianischer Abstammung. Bei dieser Gruppe waren 65,7 % der Testpersonen schwerhörig.

Abhängig vom Geschlecht?

Laut der Studie hatte das Geschlecht der Testpersonen Einfluss auf die Entwicklung einer Schwerhörigkeit. Somit traten Hörbeeinträchtigungen nur bei 22,8 % der weiblichen Bauarbeiter auf, während 60,9 % der Männer betroffen waren. Das geringe Vorkommen von Schwerhörigkeit bei weiblichen Bauarbeitern ließ sich jedoch teilweise durch andere Arbeitsaufgaben und eine geringere Lärmbelastung erklären.

Abhängig von der Arbeitsdauer?

Je länger das Arbeitsleben, desto höher war das Risiko, eine Schwerhörigkeit zu entwickeln. Bei Testpersonen, die mehr als 30 Jahre auf dem Bau gearbeitet hatten, traten Hörprobleme 3,8 Mal häufiger auf als bei Testpersonen, die weniger als 10 Jahre in der Branche beschäftigt waren.

Abhängig von der Lärmbelastung?

In der Studie wurde auch eine enge Verbindung zwischen lauten bis sehr lauten Geräuschen und der Entwicklung einer Schwerhörigkeit hervorgehoben. Somit kamen Hörbeeinträchtigungen bei Testpersonen, die 90 % ihres Arbeitstages einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt waren, ganze 1,2 Mal häufiger vor.

Andere Risikofaktoren

Die Studie beschrieb einen starken Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und der Arbeit mit organischen Lösungsmitteln. Darüber hinaus hatten (ehemalige) Raucher häufiger Hörprobleme als Nichtraucher.

Haben Bauarbeiter ein höheres Risiko?

Das Risiko einen Hörverlust zu erleiden lag bei Bauarbeitern wesentlich höher als bei Industrieangestellten, die häufig einer Lärmbelastung von über 80 dB ausgesetzt wurden. Dies zeigte der Vergleich mit der Kontrollgruppe, die aus Testpersonen aus der Industrie bestand.

Kurz zur Studie

Die Ergebnisse der Studie beruhten auf einer Auswahl von Informationen über 19.000 Personen, die an dem Building Trades Medical Screening Programm (BTMed) teilgenommen hatten.

Im Rahmen dieses Untersuchungsprogramms wurden bei verschiedenen Berufsgruppen innerhalb der Branche Hörtests durchgeführt. Dabei wurde das Gehör der Testpersonen Frequenzen von 500-8000 Hz ausgesetzt. Als Schwerhörigkeit wurde eine binaurale (beidohrige) Hörschwelle von mehr als 25 dB definiert.

Die Studie „Hearing loss among older construction works: Updated Analyses” (zu Deutsch: „Schwerhörigkeit bei älteren Bauarbeitern: Eine aktualisierte Analyse”) wurde in der medizinischen Fachzeitschrift American Journal of Industrial Medicine im Jahre 2018 herausgegeben.

Quelle: American Journal of Industrial Medicine

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