28 Januar 2020

Migräne erhöht Hörsturz-Risiko

Studie aus Korea belegt, dass bei Migränepatienten ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Hörverlust (Hörsturz) besteht.

Laut einer koreanischen Studie erleiden Personen, die öfter Migräneattacken haben, leichter einen plötzlichen sensorineuralen Hörverlust (Hörsturz). Im Vergleich zu gesunden Personen besteht für Migränepatienten ein um 34 % höheres Risiko.

Mehr Männer als Frauen betroffen

Laut der Studie war das Erkrankungsrisiko bei männlichen Migränepatienten höher als bei weiblichen Betroffenen.

Konkret lag bei männlichen Migränepatienten ein um 49 % höheres Risiko für einen plötzlichen sensorineuralen Hörverlust oder Hörsturz vor. Bei weiblichen Migränepatienten hingegen war das Erkrankungsrisiko um 30 % höher als bei gesunden Personen. Insgesamt nahmen mehr Frauen an der Studie teil als Männer.

Überraschenderweise zeigte die Studie keinen wirklichen Unterschied zwischen verschiedenen Altersgruppen: Bei den 20- bis 29-jährigen Probanden, die zu Migräne neigten, war das Risiko um 32 % höher als bei der Kontrollgruppe. Migränepatienten über 60 Jahre hatten ein um 35 % erhöhtes Risiko für einen plötzlichen sensorineuralen Hörverlust.

Kurz zur Studie

Die Studie wurde von 2002 bis 2013 mit einer Stichprobe von mehr als 225.000 Versicherten des nationalen koreanischen Krankenversicherungsservice (The Korean National Health Insurance Service) durchgeführt. Insgesamt nahmen 45.114 Migränepatienten an der Studie teil. Alle Probanden wurden unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Einkommen, Wohnort und Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörungen) mit einer Kontrollgruppe aus 180.456 Probanden verglichen.

Die Studie wurde 2018 mit dem Titel „Migraine increases the proportion of sudden sensorineural hearing loss: A longitudinal follow-up study” in der Fachzeitschrift Auris Nasus Larynx veröffentlicht.

Quellen: www.ncbi.nlm.nih.gov und Auris Nasus Larynx.