30 Juni 2011

Nach der hausärztlichen Diagnose „Hörverlust“ bleiben weitere Untersuchungen häufig aus

Jeder zweite Hörgeschädigte erhält keine ausreichende audiologische Untersuchung. Hausärzte sollten Patienten, die über Schwerhörigkeit klagen, stets zu Fachärzten überweisen.

Hausärzte haben einen großen Einfluss darauf, ob Hörgeschädigte sich für ein Hörgerät entscheiden, oder nicht. Nur etwa jeder Zweite mit Hörverlust entscheidet sich dafür sein Hörproblem anzugehen, nachdem der Arzt konsultiert wurde. Dies hat eine Studie aus Deutschland, England und Frankreich ergeben, die 2010 von der europäischen Vereinigung der Hörgerätehersteller (EHIMA) veröffentlicht worden ist.

In Deutschland setzen sich 45 % nicht mehr mit ihrem Hörproblem auseinander, nachdem sie ihren Arzt konsultiert haben. In Frankreich sind es 44 % und in England sind es immerhin noch 39 %. I(m Gegensatz dazu entscheiden sich in Deutschland und Frankreich drei von vier Hörgeschädigte für Hörgeräte, nachdem sie eine Überweisung vom Hausarzt bekommen haben. In England sind es sogar 19 von 20.

Der Mangel an Informationen
„Die Studie zeigt deutlich, wie groß der Einfluss der Hausärzte tatsächlich ist. Normalerweise führen Hausärzte keine Hörtests durch, während es aber die Fachärzte sind, die entscheiden, ob ein Patient ein Hörgerät benötigt oder nicht. Wenn Sie meinen, dass Sie einen Hörverlust haben, sollten Sie sich mit Ihrem Hausarzt in Verbindung setzen, der Sie dann an einen Facharzt überweisen sollte“, erklärt EHIMAs Generalsekretär Søren Hougaard.

„Ich denke, es liegt daran, dass Hausärzte sich nicht darüber im Klaren sind, wie sehr die modernen, digitalen Hörhilfen den Betroffenen helfen können“, fügt Søren Hougaard hinzu.

England unterscheidet sich von Deutschland und Frankreich in dem Sinne, dass Hörgeschädigte dort kostenlos Hörgeräte vom staatlichen Gesundheitswesen, NHS, zur Verfügung gestellt bekommen.

Über die Untersuchung
Die im Jahre 2010 veröffentlichte Studie wurde vom Schweizer Marktforschungsinstitut Anovum im Auftrag von EHIMA durchgeführt. Die rund 15.000 Teilnehmer der Studie aus Deutschland, Frankreich und England wurden zu ihrem Gehör und dem Gebrauch von Hörgeräten befragt.

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