18 November 2004

Politiker lassen Ihr Gehör testen

602 Politiker und Mitarbeiter des Bundestags testeten ihr Gehör bei der zweiten "Aktion Hörtest".

Forum Besser Hören veranstaltete im September 2004 das dreitägige Event, bei denen Politikern und ihren Mitarbeitern Hörtests angeboten wurden.

Über 600 Politiker und Mitarbeiter - 119 Parlamentsmitglieder und 483 Angestellte - nahmen das Angebot an.

Die Ergebnisse waren nahezu identisch mit den Ergebnissen des ersten parlamentarischen Hörscreenings, das im Jahre 2000 stattfand. 37 Prozent der Parlamentsmitglieder und 29 Prozent ihrer Mitarbeiter litten an leichtem bis schwerem Hörverlust. Die höhere Hörverlustrate bei den Politikern erklärt sich aus ihrem höheren Durchschnittsalter.

"Die Ergebnisse reflektieren die Hörverlust-Rate in der deutschen Allgemeinbevölkerung", sagte Karsten Mohr von Forum Besser Hören, und weist darauf hin, dass rund 15 Millionen Menschen in Deutschland an Hörverlust leiden, aber dass lediglich 2,5 Millionen mit einem gut angepassten Hörgerät ausgestattet sind. "Es gibt einen großen Informationsbedarf", fügt er hinzu.

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt war eines der Parlamentsmitglieder, die sich einem Hörtest unterzogen. Sie betrachtete die Veranstaltung als Gelegenheit, um die Öffentlichkeit auf Hören und Hörverlust aufmerksam zu machen. Die Ministerin engagiert sich aktiv dafür, junge Leute vor den Auswirkungen exzessivem Lärms zu warnen.

Im Vergleich zu den Ergebnissen von 2000 zeigten die neuen Zahlen, dass sich die Fälle von unentdecktem und unbehandeltem Hörverlust kaum verändert haben. Das Interesse an Hör-Screenings hat sich dagegen gesteigert. Die Teilnehmerzahl stieg um 45 Prozent.

Quelle und Foto: Forum Besser Hören, September 2004

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