15 Januar 2020

Schützen Sie Ihr Gehirn mit Hörgeräten

Britische Forscher haben herausgefunden, dass Hörgeräte das Gehirn fit halten und sogar gegen Demenz schützen können.

Eine wissenschaftliche Studie, die aktuell von Forschern der Exeter Universität und des King’s College in London durchgeführt wird, hat erstaunliche Ergebnisse zur Wirkung von Hörgeräten bei altersbedingten Hörproblemen (u. a. Altersschwerhörigkeit) erbracht. Konkret zeigte die sogenannte PROTECT-Studie, dass Hörgeräteträger über längere Zeit eine bessere Hirnfunktion aufrecht erhalten können, als Personen, die trotz gleicher Probleme keine Hörgeräte benutzen.

Die PROTECT-Studie knüpft damit an wichtige Forschungsergebnisse der letzten Jahre an. Unter anderen wurden die Resultate des Berichts der Lancet-Kommission zur Demenzvorbeugung, -intervention und -pflege von den Forschern herangezogen. Dies lag daran, dass der Bericht Schwerhörigkeit als einen wichtigen Risikofaktor bei Demenzerkrankungen erwies. Die PROTECT-Studie bestätigte dies nicht nur, sondern zeigte, dass die Nutzung von Hörgeräten dieses Risiko mildern kann.

Verglichen Hörgeräteträger mit Schwerhörigen, die nichts gegen ihren Hörverlust unternahmen

Die PROTECT-Studie liefert frühzeitige Hinweise darauf, dass Hörgeräte das Gehirn schützen und ein Demenzerkrankungsrisiko herabsetzen können. Diese Erkenntnisse könnten Schwerhörige dazu motivieren, ein wirksames Hörgerät zu tragen.

Im Rahmen der PROTECT-Studie wurden zwei Probandengruppen jährlich Tests unterzogen, bei denen die kognitiven Fähigkeiten der Versuchsteilnehmer ermittelt wurden. Die eine Probandengruppe bestand aus Hörgeräteträgern, die andere aus Schwerhörigen, die dies nicht taten.

Die Datenmenge, die über einen zweijährigen Zeitraum eingesammelt werden konnte, zeigte, dass Hörgeräteträger bei Tests, die das Arbeitsgedächtnis und die Aufmerksamkeit der Versuchspersonen untersuchten, besser abschnitten, als Probanden, die keine Hörgeräte trugen. Die Forscher bemerkten zudem, dass Hörgeräteträger eine kürzere Reaktionszeit hatten, was auch auf höhere Konzentrationsfähigkeit schließen ließ.

Schwerhörigkeit steht mit Hirnfunktion in Zusammenhang

„Frühere Forschung hat gezeigt, dass Schwerhörigkeit mit einem Verlust der Hirnfunktion und des Gedächtnisses, sowie einem erhöhten Demenzerkrankungsrisiko zusammenhängt“, so Dr. Anne Corbett, die an der Exeter Universität arbeitet und an der PROTECT-Studie beteiligt ist. „Unser Projekt ist eine der umfangreichsten wissenschaftlichen Studien, die den Einfluss von Hörgeräten auf die Hirnfunktion beleuchtet. PROTECT weist außerdem darauf hin, dass das Tragen eines Hörgerätes tatsächlich das Gehirn schützen kann. Die nächsten Schritte werden daher mehr Forschung und ein klinischer Test dieser ersten Ergebnisse sein. Vielleicht sollten die Ergebnisse auch jetzt schon in die Gesundheitspolitik übernommen werden, damit die Bürgerinnen und Bürger auch in ihrem späteren Leben gesund sind.“

Finden Sie die passenden Hörgeräte

Professor Clive Ballard, Exeter Universität, kommentierte die ersten Ergebnisse der PROTECT-Studie: „Obwohl es sich hierbei nur um einen frühen Befund handelt, der weiter untersucht werden muss, birgt dieser ein großes Potenzial. Der Kern der Botschaft ist, dass Sie sich unbedingt ein geeignetes Hörgerät anschaffen sollten, sobald Sie dazu aufgefordert werden. Ein Hörgerät verbessert nämlich nicht nur Ihr Gehör, sondern trägt bestenfalls dazu bei, Ihr Gehirn fit zu halten.“

Quellen: www.exeter.ac.uk und www.medicaldevice-network.com