Schweres Gesprächsthema: Hörverlust von Familienmitgliedern

Wenn ein Familienmitglied oder ein Freund an einer Schwerhörigkeit leidet, kann dies ein schwer zu diskutierendes Thema sein.

Dass es sehr schwierig sei, mit der betroffenen Person über das Thema zu reden, sagte fast die Hälfte der Teilnehmer einer Onlinestudie, durchgeführt von Hear-it.

47 Prozent derjenigen, die bereits mit der betroffenen Person über das Thema gesprochen hatten, gaben an, dass der oder die Betroffene nicht sehr gut mit dem Hörverlust umgeht. Insgesamt haben 85 Prozent das Gespräch gesucht. Diese Zahlen stammen von einer Untersuchung, durchgeführt von der nichtkommerziellen Organisation Hear-it.

”Es ist nicht besonders einfach, auf ein Problem hinzuweisen, wenn man einer Person nahesteht. Für viele Schwerhörige ist es auch ein großer Schritt, sich die Beeinträchtigung einzugestehen. Darüber zu sprechen ist jedoch das Beste, was man tun kann”, so Kim Ruberg, Generalsekretär von Hear-it.

Er findet es deshalb besonders wichtig, dass das Thema mit den Betroffenen besprochen wird, auch wenn es schwer fällt.

Einfluss der Familie ist ausschlaggebend

Eine frühre Untersuchung, durchgeführt vom ehemaligen „Forum Besser Hören“ (heute Forum Gutes Hören), hatte gezeigt, dass der Einfluss von Familienmitgliedern und Freunden besonders wichtig ist, wenn es um das Thema Hörverlust geht.
”Familie und Freunde können den Betroffenen unterstützen und ermutigen, eine Behandlung in Angriff zu nehmen. Alle Untersuchungen zeigen eindeutig, dass die Behandlung eines Hörverlusts - dies geschieht meist in Form von Hörapparaten - die Lebensqualität des Betroffenen positiv beeinflusst”, so Ruberg weiter.

„Das gilt unter anderem für die nahen sozialen Beziehungen, die meist negativ von unbehandeltem Hörverlust beeinflusst werden. Hörgeräte machen es dem Betroffenen möglich, im familiären Gefüge, mit dem Partner und auch auf Arbeit besser funktionieren zu können. Dies gilt für alle Situationen in denen das Hören eine Rolle spielt” unterstreicht Ruberg.

Über die Untersuchung

120 Hear-it-Nutzer, die einen Verdacht auf Hörverlust haben, haben den Fragebogen online ausgefüllt.

Veröffentlicht auf Hear-it am 10. Februar 2009.