Schwerhörigkeit

Eine Schwerhörigkeit kann durch viele Faktoren verursacht werden. Alter und Lärmbelastung sind jedoch die beiden häufigsten Ursachen. In diesem Artikel werden wir Ihnen erklären, was Schwerhörigkeit ist. Darüber hinaus finden Sie Fakten zu Ursachen und Anzeichen eines Hörverlustes sowie Information zur Behandlung.

Was ist Schwerhörigkeit?

Ein Mensch ist schwerhörig, wenn seine Fähigkeit zu hören herabgesetzt ist. Eine Schwerhörigkeit erschwert es, Sprache und andere Geräusche zu hören. Die häufigsten Ursachen für Schwerhörigkeit sind Lärm und Alter. In den meisten Fällen kann eine Schwerhörigkeit nicht geheilt werden. Sie wird typischerweise mit Hörgeräten behandelt.

Wie entsteht Schwerhörigkeit?

Eine Schwerhörigkeit kann durch viele Faktoren verursacht werden. Alter und Lärm sind jedoch die beiden häufigsten Ursachen.

Bei vielen Menschen nimmt das Gehör als natürliche Folge des Älterwerdens ab. Unsere Hörfähigkeit verschlechtert sich bereits in unseren 40er Jahren. Im Alter von 80 Jahren leidet mehr als die Hälfte von uns an erheblicher Schwerhörigkeit oder Hörverlust. Altersbedingter Hörverlust wird auch Presbyakusis genannt.

Ein weiterer häufiger Grund für Hörverlust ist Lärm. Schwerhörigkeit gehört zu den Konsequenzen eines lauten Alltags. Der schädliche Lärm kann arbeitsbedingt, oder unseren Freizeitaktivitäten geschuldet sein: Laute Motoren oder laute Musik bei Rockkonzerten, in Nachtclubs, Discos, sowie der persönliche Musikkonsum mit oder ohne Kopfhörer stellen ein hohes Risiko dar. Die zunehmende Nutzung von tragbaren MP3-Playern erhöht das Risiko zusätzlich.

Eine Schwerhörigkeit kann auch als Folge anderer Einflüsse auftreten. Dazu gehören:

  • Bestimme Krankheiten und Infektionen
  • Bestimmte Syndrome
  • Medikamente
  • Verletzungen am Ohr
  • Kopfverletzungen
  • Fehlbildung des Ohres
  • Genetische Faktoren
  • Tumore im Kopf
  • Alkohol und Tabak
  • Lösungsmittel
  • Cholesterin

Lesen Sie mehr über die Ursachen von Schwerhörigkeit.

Welche Arten von Hörverlust gibt es?

Es gibt zwei Hauptarten von Schwerhörigkeit: sensorineuraler Hörverlust und Schallleitungsschwerhörigkeit.

Neben diesen Hauptformen gibt es auch eine sogenannte kombinierte Schwerhörigkeit. Bei einem kombinierten Hörverlust liegt sowohl eine Schallleitungsschwerhörigkeit als auch ein sensorineuraler Hörverlust vor. Eine Hörminderung kann plötzlich oder asymmetrisch sowie versteckt und unbemerkt auftreten. Ein Hörverlust kann einseitig (unilateral) und beidseitig (bilateral) sein.

Was ist ein sensorineuraler Hörverlust?

Ein sensorineuraler Hörverlust ist die Form von Schwerhörigkeit, bei der die winzigen Haarsinneszellen im Innenohr beschädigt sind. Eine altersbedingte Schwerhörigkeit - auch Presbyakusis genannt - ist ein sensorineuraler Hörverlust. Auch eine Schwerhörigkeit, die durch Lärm verursacht wird (Lärmbedingte Schwerhörigkeit), ist eine sensorineurale Schwerhörigkeit.

Was ist einer Schallleitungsschwerhörigkeit?

Von einer Schallleitungsschwerhörigkeit spricht man hingegen, wenn die Fähigkeit des Ohres, Schall in das Innenohr zu leiten, herabgesetzt ist.

Was ist eine kombinierte Schwerhörigkeit?

Wenn sowohl die Weiterleitung des Schalls durch das Innenohr beeinträchtigt ist und die Haarsinneszellen zur gleichen Zeit beschädigt sind, ist die Rede von einer kombinierten Schwerhörigkeit. Ein kombinierter Hörverlust ist also sowohl eine Schallleitungsschwerhörigkeit als auch eine sensorineurale Schwerhörigkeit.

Andere Formen von Hörverlust

Ein Hörverlust kann auch entweder einseitig (Einseitige Taubheit) oder beidseitig (Beidseitige Schwerhörigkeit) auftreten. Dies bedeutet, dass das Gehör auf beiden Ohren herabgesetzt ist.

Eine weitere Art von Schwerhörigkeit ist der plötzliche Hörverlust (Hörsturz). Dies ist die Form von Schwerhörigkeit, die von einem Tag auf den anderen erscheint.

In einigen Fällen kann die Schwerhörigkeit auch verborgen sein. Dies wird als versteckte Hörverlust bezeichnet. Eine versteckte Schwerhörigkeit kann nicht mit einem normalen Hörtest gemessen werden. Menschen mit versteckter Schwerhörigkeit erleben oft Probleme in Situationen mit lauten Hintergrundgeräuschen.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten von Schwerhörigkeit.

Was sind die Anzeichen von Schwerhörigkeit?

Alle Arten von Schwerhörigkeit haben jedoch ein Anzeichen gemeinsam: Das deutlichste Symptom ist ein herabgesetztes Gehör oder Hörprobleme in verschiedenen Hörsituationen.

In den meisten Fällen entwickelt sich eine Schwerhörigkeit allmählich. Das erschwert es oft, die Anzeichen zu erkennen. Wenn Sie Probleme mit dem Gehör erleben, sollten Sie sich mit Ihrem Hausarzt in Verbindung setzen oder Ihr Gehör von einem professionellen Hörakustiker testen lassen. Lesen Sie mehr über die Symptome des Hörverlustes.

Wie wird Schwerhörigkeit nachgewiesen?

Ein Hörverlust wird mithilfe eines Hörtests diagnostiziert. Ein Hörtest besteht aus einer Reihe von verschiedenen Untersuchungen, die zusammen anzeigen können, ob Sie eine Schwerhörigkeit haben und in welchem Umfang. Ein Hörtest wird von professionellen Hörakustikern oder Ohrenärzten mit entsprechenden Geräten durchgeführt. Eine Indikation, wie gut Sie hören, können Sie in unseren Online-Hörtest bekommen.

Lassen Sie Ihr Gehör überprüfen

Wenn Sie denken, dass Sie einen Hörverlust haben könnten, empfehlen wir Ihnen, einen professionellen Hörtest machen zu lassen.

Wie ist Schwerhörigkeit definiert?

Als Schwerhörigkeit bezeichnet man einen bestimmten Grad von Hörverlust auf einem oder beiden Ohren. Schwerhörigkeit ist je nach dem Grad der Hörminderung in verschiedene Kategorien eingeteilt.

Die Ausprägung von Schwerhörigkeit wird in verschiedene Schweregrade unterteilt. Die häufigsten Kategorien sind mild, moderat, schwer und sehr schwer.

Wenn Sie einen leichten Hörverlust haben, liegen die leisesten Geräusche, die Sie hören können, zwischen 25 und 40 dB. Bei einem moderaten Hörverlust liegen die leisesten, wahrnehmbaren Klänge zwischen 40 und 70 dB. Bei einem schweren Hörverlust zwischen 70 und 95 dB und bei einem sehr schweren Hörverlust bei 95 dB. Lesen Sie mehr über die Definition von Hörverlust.

Wie häufig ist Schwerhörigkeit?

Schwerhörigkeit ist weit verbreitet.

Laut umfassenden Studien hat jeder sechste Erwachsene eine Hörminderung von mehr als 25 dB. Dies entspricht der von der Weltgesundheitsorganisation definierten Grenze für Schwerhörigkeit. Das bedeutet, dass rund 16-17% aller Erwachsenen einen Hörverlust haben.

Zahlreiche Studien in Europa und den USA haben sich mit dieser Frage beschäftigt. Etwa 10-11% der Probanden antworteten, dass sie glauben, eine Schwerhörigkeit zu haben. Dies entspricht jedem neunten bzw. zehnten Erwachsenen.

Der Unterschied zwischen den beiden Zahlen, lässt sich damit erklären, dass nicht jeder Mensch mit Schwerhörigkeit sich dieser bewusst ist.

Je älter man wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwerhörigkeit.

Wie beugt man Hörminderungen vor?

In vielen Fällen wird Schwerhörigkeit durch Lärm verursacht und kann somit durch eine Vermeidung von zu hoher Lärmbelastung verhindert werden. Auch Gehörschutz wirkt vorbeugend.

Die tägliche Lärmbelastung steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Risiko für Schwerhörigkeit. Wir sind täglich lauten Geräusche ausgesetzt. Zum Beispiel, wenn wir Kopfhörer benutzen, wenn wir uns im Straßenverkehr bewegen, im Fitnessstudio, Kino, Stadion, oder Cafés sind. Auch bei der Arbeit sind wir oft sehr hohen Lautstärken ausgesetzt. In eine lauten Umgebung kann man sein Gehör mittels Ohrstöpseln schützen. Lesen Sie mehr über die Vermeidung von Hörverlust.

Welche Folgen hat Schwerhörigkeit?

Hörverlust kann eine Reihe von Folgen haben. Diese unterscheiden sich von Person zu Person, aber die meisten Menschen mit Hörminderung erleben soziale, psychologische und physische Probleme. Lesen Sie mehr über die Folgen des Hörverlustes.

Kinder und Hörverlust

Kinder können auch schwerhörig sein. Eine Schwerhörigkeit bei kleineren Kindern hängt meist mit genetischen Faktoren, oder Anomalien im Ohr zusammen. Bestimmte Krankheiten können außerdem zu Hörproblemen führen. Bei älteren Kindern und Jugendlichen sind Hörprobleme oftmals auf eine hohe Lärmbelastung zurückführen. Lesen Sie mehr über Hörverlust bei Kindern.

Kann Schwerhörigkeit behandelt werden?

Hörverlust kann behandelt werden, aber das Gehör kann nicht wiederhergestellt werden. In den meisten Fällen wird eine Schwerhörigkeit mit Hörgeräten behandelt. Manchen kann auch durch Implantate geholfen werden. Manche Form von Schallleitungsschwerhörigkeit kann durch einen chirurgischen Eingriff geheilt werden.

Ein sensorineuraler Hörverlust wird normalerweise mit Hörgeräten behandelt. Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann oft mittels einer Operation oder dem Entfernen der Verstopfung des Ohres behandelt werden. In bestimmten Fällen können auch hier Hörgeräte oder Implantate eingesetzt werden.

Bei einem plötzlichen Hörverlust ist es extrem wichtig, dass die Behandlung sofort begonnen wird. Hierbei kommen oft Steroide zur Anwendung. Wenn Sie einen plötzlichen Hörverlust erfahren, sollten Sie so schnell wie möglich medizinische Hilfe suchen.

Kann Schwerhörigkeit zu Taubheit führen?

Manche Arten von Schwerhörigkeit entwickeln sich gradweise. Eine altersbedingter Hörverlust, auch Presbyakusis genannt, verschlechtert sich typisch im Laufe der Jahre.

Bei den meisten Betroffenen wird eine Hörminderung nicht zu Taubheit führen. Bei manchen Patienten entwickelt sich der Hörverlust jedoch zu einer hochgradigen Schwerhörigkeit oder gar zu Taubheit. Unter einer hochgradigen Schwerhörigkeit versteht man die Unfähigkeit, Geräusche mit einem Schallpegel von weniger als 90 dB wahrzunehmen.

Können Ohrinfektionen Schwerhörigkeit verursachen?

Auch Ohrinfektionen können einen Hörverlust verursachen. Während oder nach einer Ohrenentzündung ist es relativ normal, eine vorübergehende, milde Hörminderung zu haben.

Besonders Kinder, die an einer Mittelohrentzündung (Otitis media) erkrankt sind, können einen vorübergehenden Hörverlust erleiden. Sollte die Infektion dauernd auftreten, auch chronische Mittelohrentzündung genannt, besteht das Risiko eines bleibenden Hörverlusts. Deshalb ist es wichtig, Ohrinfektionen zu behandeln. Erfahren Sie mehr über Mittelohrentzündungen.

Wie lange hält eine Hörminderung nach einer Ohrentzündung an?

Ein Hörverlust, der während einer Ohrentzündung auftritt, ist normalerweise vorübergehend. In der Regel verschwindet die Hörminderung kurze Zeit nach der Infektion und das Gehör erholt sich.

Wenn Sie oder Ihr Kind nach einer Ohrentzündung auch nach längerer Zeit noch schwerhörig sein, sollten Sie sich an Ihren Hausarzt oder einen HNO-Spezialisten wenden.

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