09 Februar 2004

Sogar die besten Hörscreening-Staaten nicht gut genug

Die USA machen Fortschritte bei ihrem Hörscreening von Neugeborenen. Siebzig Prozent der Neugeborenen werden gescreent, bevor sie das Krankenhaus verlassen.

Das Screening ist in siebenunddreißig Staaten obligatorisch. Trotzdem werden 1,5 Millionen der Neugeborenen nicht auf Hörverlust gescreent, bevor sie das Krankenhaus verlassen.

Sogar in Staaten wie Hawaii und Rhode Island, welche die umfassendsten Screening-Programmen für Neugeborene durchführen, wird Hörverlust bei der Hälfte der betroffenen Kinder erst im Alter von 3 Monaten oder älter diagnostiziert. Und das ist zu spät, laut Karl R. White, Direktor des nationalen Hörzentrums "National Center for Hearing Assessment and Management" an der Utah State University.

Dr. White führt in der Zeitschrift "Pediatrics for Parents" aus, dass sogar ein leichter, einseitiger Hörverlust einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Kindes hat, wenn er nicht frühzeitig entdeckt wird. Im 3. Schuljahr sind Kinder mit leichtem Hörverlust auf einem Ohr, der nicht vor dem 6. Monat entdeckt wurde, ihren normal hörenden Klassenkameraden in Bezug auf die Fähigkeiten im Rechnen ungefähr 1,5 bis 2 Jahre hinterher. Im Alter von 5 Jahren sind diese Kinder ihren gleichaltrigen Kameraden bei der Sprachentwicklung 1,5 bis 2 Jahre hinterher.

Dr. White empfiehlt für alle Neugeborenen ein Hörscreening und dass ausführlichere Tests bei 3 Monate alten Babys durchgeführt werden, die bei dem ersten Test durchgefallen sind. Weitere Untersuchungen von Spezialisten sollten vorgenommen werden, um damit verbundene Probleme mit den Augen und andere genetisch veranlagte Probleme untersuchen. Idealerweise sollte ein Hörgerät ab dem Alter von 6 Monaten getragen werden.

30 von 10 000 Neugeborenen leiden an in irgendeiner Art von Hörverlust.

Quelle: Pediatrics for Parents, 1. Juni 2003

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