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15 März 2018

Studie bestätigt: Unbehandelte Schwerhörigkeit kann zu Demenz führen

Laut einer französischen Studie erhöht eine unbehandelte Schwerhörigkeit Ihr Risiko einer Demenzerkrankung und beschleunigt den Rückgang geistiger und körperlicher Fähigkeiten. Die selbe Studie zeigt jedoch auch, dass der Gebrauch von Hörgeräten diesen Risiken beträchtlich entgegenwirkt. Für Männer mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit ist zudem das Risiko an einer Depression zu erkranken größer als bei Hörgerätbenutzern.

Studie bestätigt: Unbehandelte Schwerhörigkeit kann zu Demenz führen

Eine große wissenschaftliche Studie aus Frankreich hat bewiesen, dass Senioren und ältere Menschen, die trotz eines eingeschränkten Hörvermögens keine Hörgeräte verwenden einem viel höheren Risiko für eine Demenzerkrankung ausgesetzt und stärker von geistigem und körperlichem Verfall betroffen sind als Menschen, die Hörgeräte verwenden oder nicht an Schwerhörigkeit leiden.

Gemäß der Studie beugt der Gebrauch von Hörgeräten sowohl dem Risiko einer Demenzerkrankung als auch körperlichen und geistigen Einschränkungen vor. Im Vergleich zur Kontrollgruppe (Personen ohne selbstberichtete Schwerhörigkeit) konnte die Studie bei Hörgerätbenutzern kein erhöhtes Erkrankungsrisiko feststellen.

Diese Ergebnisse stammen aus der PAQUID Studie, die unter der Leitung von Professor Hélène Amieva durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser epidemiologischen Studie wurden 3777 Teilnehmern im Alter von über 65 Jahren über einen Zeitraum von 25 Jahren ärztlich begleitet.

Demenz

Die PAQUID Studie zeigte, dass das Risiko einer Demenzerkrankung für Personen die selbst von einem Hörverlust berichteten und keine Hörhilfen gebrauchten, signifikant höher war, als für Personen mit einem normalen Hörvermögen oder für Hörgerätbenutzer. Eine unbehandelte Schwerhörigkeit erhöhte das Erkrankungsrisiko um 21 Prozent. Im Vergleich zu Personen mit einem normalen Hörvermögen, bestand für Hörgerätbenutzer kein erhöhtes Risiko.

Körperliche Fähigkeiten

Gemäß PAQUID stellt eine unbehandelte Schwerhörigkeit eine erhebliche Behinderung im Alltag da. Im Vergleich zur Kontrollgruppe war das Verletzungsrisiko bei alltäglichen Aktivitäten (wie z.B. beim Baden oder Ankleiden) bei Teilnehmern mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit um 28 Prozent erhöht. Bei instrumentellen Aktivitäten, wie zum Beispiel beim Telefonieren, im Umgang mit Medikamenten und Geld, beim Einkaufen oder bei der Teilnahme im Straßenverkehr, war das Gefahrenrisiko für Probanden mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit um 13 Prozent erhöht. Für Teilnehmer, die ihre Schwerhörigkeit mit Hörgeräten behandelten, bestand im Vergleich zu gesunden Probanden kein erhöhtes Verletzungs- und Gefahrenrisiko.

Psychische Erkrankungen

Besonders bei Männern, bei denen ein selbstberichteter, jedoch unbehandelter Hörverlust bestand, konnte die Studie ein um 43 Prozent höheres Risiko für die Entwicklung einer Depression feststellen. Die PAQUID Studie zeigte auch, dass der Gebrauch von Hörgeräten diesem Risiko entgegenwirkt. Bei Frauen konnte keine Verbindung zwischen den Anzeichen einer Depression und dem Bestehen einer unbehandelten Schwerhörigkeit bewiesen werden.

Frühere Studien

Auch frühere Studien, die auf den selben Daten und Versuchsteilnehmern wie die PAQUID Studie beruhen, haben gezeigt, dass bei älteren Erwachsenen eine selbstberichtete Schwerhörigkeit und ein beschleunigter geistiger Verfall in enger Verbindung stehen. Auch diese Studien haben nachgewiesen, dass der Gebrauch von Hörgeräten dem geistigen Verfall vorbeugt.

Über die Studie

Die PAQUID Studie wurde unter dem Titel “Death, Depression, Disability and Dementia associated with self-reported Haring Problems: A-25-year Study” in der amerikanischen Fachzeitschrift Journals of Gerontology: Medical Sciences im Januar 2018 veröffentlicht.

Quellen: PubMed und Journals of Gerontology: Medical Sciences.

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