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02 April 2019

Studie zeigt: 22,6 Millionen Menschen in der EU leben mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit

Innerhalb der EU haben rund 34,4 Millionen Menschen eine Hörbeeinträchtigung. Bei mehr als 22,6 Millionen wird diese jedoch nicht behandelt. Folglich ist nur jeder dritte Schwerhörige in der EU mit Hörgeräten oder einer anderen Hörlösung versorgt.

Der Bericht „Hearing Loss – Numbers and Costs” (zu Deutsch: „Schwerhörigkeit – Zahlen und Kosten”) ist eine aktuelle Metastudie, die Hunderte wissenschaftliche Artikel und Studien analysiert und verglichen hat. Alle diese Veröffentlichungen sind in den letzten zwanzig Jahren herausgegeben worden und beschäftigen sich mit der Häufigkeit und den Folgen von Schwerhörigkeit sowie der Nutzung und den Vorteilen von Hörgeräten.

Die Studie wurde im Auftrag der hear-it AISBL von Professor Emerita Bridget Shield unter der Mithilfe von Professor Mark Atherton verfasst. Beide sind an der Brunel Universität zu London angestellt.

Kosten und Folgen

Laut der Studie verursacht unbehandelte, beeinträchtigende Schwerhörigkeit innerhalb der EU jährlich Kosten von 185 Milliarden Euro. Die Summe setzt sich wie folgt zusammen: Eine unbehandelte Schwerhörigkeit verringert die Lebensqualität der Betroffenen, wodurch auf Jahresbasis Kosten von rund 130 Milliarden Euro entstehen. Eine höhere Arbeitslosenrate bei den Betroffenen führt zudem zu einem Produktivitätsverlust, welcher wiederum Folgekosten von rund 55 Milliarden Euro mit sich trägt.

Es gibt starke Beweise dafür, dass Schwerhörige im Durchschnitt deutlich weniger verdienen als Normalhörende. Beispielsweise ist die Arbeitslosenrate bei Menschen mit einem unbehandelten Hörverlust höher als bei Personen mit einem normalen Gehör.

Bleibt eine Hörbeeinträchtigung unbehandelt, kann dies eine Reihe von körperlichen, geistigen und sozialen Konsequenzen haben. Unbehandelte Schwerhörigkeit führt nicht selten zu Depression, Einsamkeit und sozialer Isolation bei den Betroffenen. Darüber hinaus hat sie starke Auswirkungen auf persönliche und familiäre Beziehungen.

Hörgeräte

Die Studie zeigt, dass nur 35 % der Schwerhörigen mit Hörlösungen versorgt sind. Der Gebrauch von Hörgeräten steigt mit zunehmendem Alter und Grad der Schwerhörigkeit bei den Betroffenen an.

Hörgeräteträger sind insgesamt glücklicher, gesunder und wohlhabender als Personen, bei denen eine Hörbeeinträchtigung unbehandelt bleibt. Darüber hinaus ist die allgemeine Lebensqualität von Hörgeräteträgern höher.

Hörgeräteträger berichten von einer Verbesserung ihres allgemeinen Gesundheitszustandes und von dem positiven Effekt, den die Nutzung von Hörgeräten auf ihre Beziehungen zu anderen Menschen hat.

Trotzdem benutzen 65 % der schwerhörigen Europäer keine Hörgeräte.

Der Bericht „Hearing Loss – Numbers and Costs”

 

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