30 January 2015

Temporärer Hörverlust - ein Schutzmechanismus

Temporärer Hörverlust nach einem Rockkonzert kann der körpereigene Schutzmechanismus gegen eine langfristige Schwerhörigkeit sein.

Nach übermäßiger Lärmbelastung gibt temporärer Hörverlust dem Körper die Möglichkeit, sich selbst zu schützen und stellt damit die Bewältigung der Lärmbelastung dar. Das hat eine Studie ergeben.

Die Studie beleuchtete den physiologischen Anpassungsmechanismus, den die Cochlea bei schwerer Lärmbelastung durchläuft.

Eine Form der Anpassung

Professor und Leiter der Studie, Gary Housley von der Universität von New South Wales und seine Forscherkollegen von der University of Auckland und der University of California haben herausgefunden, dass in den Zellen der Cochlea das Hormon ATP steigt. Dies wiederum bewirkt eine vorübergehende Verringerung der Hörempfindlichkeit.

"Das erklärt, weshalb manche Menschen nach einem Rockkonzert oder lautem Musikkonsum via Kopfhörer für Stunden oder Tage ein herabgesetztes Hörvermögen haben ", so Housley und erklärt weiter:

"Unsere Forschung zeigt, dass sich das Ohr an hohe Geräuschpegel anpassen kann, um sich zu schützen. Aber es gibt einen Haken: Weil sich unser Gehör anpasst, hat man möglicherweise kein Gefühl dafür, wie laut das Geräuschniveau in Wirklichkeit ist. Dadurch kann man leicht dazu neigen, sich einem schädlich lauten Volumen auszusetzen."

Schutz in geringen Dosen

Die Forscher erklären, dass dieser Schutzmechanismus nicht gegen anhaltende Lärmbelastung schützt.

"Es ist wie Sonneneinstrahlung. Es ist nicht die akute Belastung, sondern die anhaltende, die Jahre später Probleme verursachen kann", erklärt Housley.

Die Forscher hoffen, dass diese Ergebnisse bei der Entwicklung neuer Methoden zum Schutze des Gehörs beitragen können.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift, Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), veröffentlicht.

Quelle: http://www.sciencedaily.com und http://www.theaustralian.com.au

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