28 Mai 2019

Übergewichtige Teenager haben erhöhtes Risiko für Schwerhörigkeit

Mehr junge Männer als Frauen sind schwerhörig. Darüber hinaus erleiden übergewichtige Jugendliche häufiger einen Hörverlust als normalgewichtige Gleichaltrige. Auch Raucher haben ein höheres Erkrankungsrisiko.

Im Vergleich zu ihren normalgewichtigen Gleichaltrigen besteht für übergewichtige Jugendliche ein höheres Risiko eine Schwerhörigkeit zu entwickeln. Dies bestätigt eine amerikanische Studie.

Detaillierte Ergebnisse

Die Studie zeigte, dass Einkerbungen (Notches) in den Audiogrammen junger Frauen häufiger auftraten als in denen junger Männer (18,2 % im Vergleich zu 13,9 %). Der gewichtete Durchschnitt der Einkerbungen in Hörkurven von übergewichtigen Jugendlichen lag höher als bei denen der normalgewichtigen Probanden (24,8 % im Vergleich zu 14,7 %).

Laut der Studie trat Hochtonschwerhörigkeit bei 14,3 % der männlichen und bei 8,1 % der weiblichen Jugendlichen auf. Dieser große Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern war statistisch signifikant. Die gewichtete Häufigkeit von Hochtonschwerhörigkeit bei übergewichtigen Jugendlichen lag mit 17,9 % statistisch gesehen bedeutend höher als bei normalgewichtigen Jugendlichen (5,4 %).

Auch Mitteltonschwerhörigkeit kam bei männlichen Jugendlichen häufiger vor als bei weiblichen (7,3 % im Vergleich zu 5,4 %). Die gewichtete Häufigkeit von Mitteltonschwerhörigkeit bei übergewichtigen Jugendlichen lag um mehr als drei Prozent höher als bei Jugendlichen mit einem normalen Gewicht (8,5 % im Vergleich zu 5,4 %). Jedoch wurde der Unterschied nicht als statistisch signifikant eingestuft.

Darüber hinaus zeigte die Studie, dass das Risiko an einer Hochtonschwerhörigkeit zu erkranken, für Raucher höher war als für Nichtraucher.

Definitionen

Eine Einkerbung im Hochtonbereich ereignete sich wenn:

  • eine oder mehrere der Hörschwellen (= der schwächste Ton, den eine Person hören kann) bei Frequenzen von 3, 4 oder 6 kHz den Reinton-Durchschnitt der Hörschwelle bei Frequenzen von 0,5 und 1 kHz um 15dB oder mehr überschritten und
  • wenn die Hörschwelle bei einer Frequenz von 8 kHz um mindestens 5 dB tiefer (besser) als die Hörschwelle bei Frequenzen von 3, 4 oder 6 kHz lag.

Genau wie in anderen Studien, die sich der NHANES-Daten bedienten, wurden in dieser Studie der Durchschnitt von vier verschiedenen audiometrischen Frequenzen gewichtet. Diese lagen bei 0,5, 1, 2 und 4 kHz und wurden als Grundlage für die Bestimmung des Reinton-Durchschnitts im Mitteltonbereich angewendet. Bei der Definition des Reinton-Durchschnitts im Hochtonbereich wurde der Durchschnitt der drei audiometrischen Frequenzen von 3, 4 und 6 kHz herangezogen.

In der Studie wurde der Reinton-Durchschnitt bei einem Hörverlust von 15 dB oder mehr im rechten oder linken Ohr der Probanden als cut-off treshold, also der Punkt, ab dem keine Schallwahrnehmung mehr möglich war, definiert. Dieser war bei der Bestimmung von Hoch- und Mitteltonschwerhörigkeit ausschlaggebend.

Über die Studie

In der Studie wurden Daten der US-amerikanischen NHANES Studien aus den Jahren 2007 bis 2010 verwendet. Die „National Health and Nutrition Examination Surveys” (NHANES; zu Deutsch „Nationale Umfragen zur Gesundheit und Ernährung”) sind repräsentative Studien der gesunden US-amerikanischen Zivilbevölkerung, die von dem „National Center for Health Statistics” (zu Deutsch: „Nationales Center für Gesundheitsstatistik”) an den Zentren für „Disease Control and Prevention” (CDC; zu Deutsch: „Krankheitskontrolle und –vorbeugung”) durchgeführt wurden. Insgesamt nahmen 1,469 Jugendliche an der Studie teil.

Die Studie „Association of Obesity with Hearing Impairment in Adolescents” wurde in der medizinischen Fachzeitschrift „Scientific Reports” veröffentlicht.

Quellen: www.ncbi.nim.nih.gov und Scientific Reports

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