01 Juli 2019

Unbehandelte Schwerhörigkeit erhöht Gesundheitsvorsorgekosten

Die Kosten für die allgemeine Gesundheitsvorsorge wachsen bei unbehandeltem Hörverlust. Schuld daran sind ein höheres Risiko an anderen (psychischen) Leiden wie Demenz und Depressionen zu erkranken. Darüber hinaus steigt das Verletzungs- und Sturzrisiko, wenn nichts gegen eine Hörminderung unternommen wird.

Die allgemeine Gesundheitsvorsorge für Menschen mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit kostet über zehn Jahre hinweg rund 46 % – oder 22.434 US-Dollar pro Person – mehr als für Normalhörende. Dies zeigt eine Studie, die von Forschern der John Hopkins Universität in den USA erstellt wurde.

Öfter im Krankenhaus

Die an der John Hopkins Universität durchgeführte Studie machte deutlich, dass Patienten mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit innerhalb von zehn Jahren mehr als zweimal so häufig im Krankenhaus lagen wie Normalhörende. Zudem war das Risiko für eine stationäre Wiederaufnahme innerhalb des ersten Monats nach der Entlassung um 44 % höher. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die schwerhörigen Patienten an die Notaufnahme wenden mussten, war um 17 % höher als bei normalhörenden Patienten. Schwerhörige, die nichts gegen ihre Hörminderung unternahmen, wurden mindestens 52-mal mehr ambulant behandelt als Patienten mit einem normalen Gehör.

Demenz, Depression und Unfälle

Laut einer anderen Studie haben Senioren mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit ein höheres Risiko an Demenz, Depression und anderen Leiden zu erkranken sowie sich zu verletzen. Im Vergleich zu Normalhörenden haben ältere Erwachsene, bei denen eine Hörminderung nicht behandelt wird, ein um 50 % höheres Risiko an Demenz zu erkranken, ein um 40 % höheres Risiko eine Depression zu erleiden und ein um 30 % höheres Risiko zu stürzen. Die Untersuchungen wurden über einen Zeitraum von zehn Jahren durchgeführt.

Kommunikationsprobleme

Eine dritte Studie bestätigte darüber hinaus das erhöhte Risiko für eine stationäre Wiederaufnahme. Schwerhörige, die nichts gegen ihren Hörverlust unternehmen, haben häufig Kommunikationsprobleme und daher ein um 32 % höheres Risiko, kurze Zeit nach der Entlassung wieder ins Krankenhaus zu müssen. Im Vergleich zu normalhörenden müssen schwerhörige Patienten, die sich nur mühsam mit dem Fachpersonal unterhalten können, in den ersten 30 Tagen nach der Entlassung öfter noch einmal stationär aufgenommen werden.

Unfallverletzungsgefahr

Schließlich zeigte eine Studie, dass Schwerhörige häufiger an Unfällen beteiligt sind. Die Studie konnte bestätigen, dass Befragte mit beeinträchtigenden Hörproblemen im Vergleich zu Teilnehmern mit einem herausragenden Hörvermögen zweimal so oft in Unfälle verwickelt waren. Die meisten Verletzungen zogen sich die Befragten auf der Arbeit oder in der Freizeit zu.

 

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