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22 Januar 2019

Unbehandelte Schwerhörigkeit erhöht Ihr Risiko für Demenz und Depression

Senioren mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit haben ein höheres Risiko an Demenz und Depression zu erkranken. Auch das Risiko zu fallen oder die allgemeine Anfälligkeit für andere Krankheiten wird erhöht. Dies zeigt eine neuere Studie.

Unbehandelte Schwerhörigkeit erhöht Ihr Risiko für Demenz und Depression

Schätzungsweise haben ältere Erwachsene, die von unbehandelter Schwerhörigkeit betroffen sind, im Vergleich zu Normalhörigen ein um 50 % höheres Risiko an Demenz zu erkranken. Hinzu kommen ein um 40 % höheres Risiko, eine Depression zu entwickeln und ein um fast 30 % höheres Risiko, einen Fall zu erleiden. Diese Ergebnisse hielt eine amerikanische Studie fest, die über einen zehnjährigen Zeitraum hinweg durchgeführt wurde.

Die Studie zeigte auch, dass Teilnehmer, bei denen eine unbehandelte Schwerhörigkeit vorlag, ein um 30 % höheres Risiko hatten, einen Schlaganfall zu erleiden. Darüber hinaus hatte diese Teilnehmergruppe im Vergleich zu Normalhörigen ein um 36 % höheres Risiko, einen akuten Herzinfarkt zu erleiden.

Die Studie zeigte, dass bei der Teilnehmergruppe mit unbehandelter Schwerhörigkeit im Vergleich zu den Teilnehmern mit einem normalen Gehör, die Anzahl der Demenzfälle um das 3,2- die der Depressionsdiagnosen um das 6,9- und die der Stürze um 3,6-fache erhöht waren. Diese Ergebnisse zeigten sich pro hundert Teilnehmer in einem Beobachtungszeitraum von zehn Jahren.

Je größer der Follow-up-Zeitraum war, desto höher war das Gesamtrisiko für die Entwicklung von komorbiden (psychische) Zuständen, die mit unbehandelter Schwerhörigkeit verbunden sind. Mit anderen Worten vergrößerte sich bei Teilnehmern mit einer unbehandelten Schwerhörigkeit die Anfälligkeit für psychische Zustände, je länger diese nicht behandelt wurde.

Datengrundlage der Studie

Die Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, der Fakultät für Studien des öffentlichen Gesundheitswesens an der Johns Hopkins Universität in der US-amerikanischen Stadt Baltimore, konnten ihre Ergebnisse nach einer Analyse von Informationen des OptumLabs Data Warehouse‘ präsentieren. Optum Labs beschäftigt sich mit dem Einsammeln von Gesundheitsdaten und unterhält eine Datenbank mit mehr als 150.000 Vergütungsansprüchen, die zwischen 1999 und 2006 für Erwachsene im Alter von über 50 Jahren bei großen, privaten US-amerikanischen Krankenversicherungen gestellt wurden. Die Teilnehmer wurden in Intervallen von zwei, fünf und zehn Jahren beobachtet.

Viele vorausgehende Studien haben auch eine Verbindung zwischen Schwerhörigkeit und sowohl Demenz als auch Depression gezeigt.

Die Studie “Incident Hearing Loss and Comorbidity: A Longitudinal Administrative Claims Study” wurde in der wissenschaftlichen Zeitschrift JAMA Otolaryngology-Head and Neck Surgery (Hals-Nasen-Ohren-, Kopf-und Nackenchirurgie) im Jahre 2018 herausgegeben.

Quellen:www.medicalexpress.com,www.mcknightsseniorliving.com und JAMA Otolaryngology-Head and Neck Surgery.

 

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