18 Dezember 2019

Unbehandelte Schwerhörigkeit hat enorme wirtschaftliche Auswirkungen auf die Gesellschaft

Eine Investierung in hörmedizinische Versorgung ist sinnvoll.

Unbehandelte Schwerhörigkeit stellt eine immense wirtschaftliche Belastung für die Gesellschaft dar. Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Nutzung von Hörlösungen sich positiv auf die wirtschaftliche Situation auswirkt.

Innerhalb Europas leben Millionen von Menschen mit einem Hörverlust, der nicht therapiert wird. Die gesellschaftlichen Kosten unbehandelter Schwerhörigkeit sind unter anderem auf die finanzielle Belastung zurückzuführen, die durch den Verlust der Lebensqualität der Betroffenen entsteht. Andere gravierende Kostenfaktoren sind Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und ein frühes Rentenalter unter Schwerhörigen, die nichts gegen ihren Hörverlust unternehmen. Dies führt wiederum zu Mehrkosten für die Gesellschaft, da diese für Arbeitslosengeld, Sozialhilfe und Renten aufkommen muss. Gleichzeitig fallen die Steuereinnahmen niedriger aus. Darüber hinaus erhöht unbehandelte Schwerhörigkeit die Kosten für die medizinische Versorgung der Betroffenen erheblich.

Verlorene Lebensqualität, verlorene Produktivität

Die wissenschaftliche Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs”, die von Professor Emerita Bridget Shield (Brunel University, London) im Auftrag der Interessengemeinschaft hear-it AISBL angefertigt und veröffentlicht worden ist, zeigt, dass ein Verlust der Lebensqualität aufgrund unbehandelter Schwerhörigkeit innerhalb der EU jährlich Gesamtkosten von 130 Milliarden Euro verursacht. Dazu kommen weitere 55 Milliarden Euro, hervorgerufen durch den Produktivitätsverlust, der durch die hohe Arbeitslosigkeit unter Personen mit einem unbehandelten Hörverlust auftritt. Somit löst unbehandelte Schwerhörigkeit in der EU insgesamt Kosten von 185 Milliarden Euro im Jahr aus. Diese Summe schließt jedoch nicht die Mehrkosten für die medizinische Versorgung ein, die durch unbehandelte Schwerhörigkeit verursacht werden.

Alleine in der EU leben 22,6 Millionen Schwerhörige, deren Hörverlust nicht behandelt wird.

Erhöhte Kosten für die medizinische Versorgung

Viele wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass unbehandelte Schwerhörigkeit mit kognitivem Verfall, Demenz, Depression, Unfallverletzungen, Schlaganfällen, sozialer Isolation, Erschöpfungszuständen und anderen gesundheitlichen Problemen in Zusammenhang steht.

Für Personen, die an einer unbehandelten Schwerhörigkeit leiden, erhöhen sich die Mehrkosten für die medizinische Versorgung im Vergleich zu Personen mit einem normalen Gehör mit 46 % pro Person über einen Zeitraum von 10 Jahren hinweg. Dies zeigt eine Studie, die von Forschern der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in den USA durchgeführt wurde.

Welche Vorteile hat die Behandlung von Schwerhörigkeit?

Viele aktuelle wissenschaftliche Studien haben dokumentiert, dass die Nutzung von Hörgeräten und anderen Hörlösungen, wie zum Beispiel Cochlea-Implantaten die Lebensqualität Schwerhöriger verbessert und die Produktivität innerhalb der Gesellschaft erhöht. Dies geschieht, da die Anwendung von Hörlösungen Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung unter Schwerhörigen herabsetzt und das Rentenalter erhöht, was wiederum eine Steigerung der Steuereinnahmen verursacht. Neuere Forschung hat außerdem bestätigt, dass die Nutzung von Hörlösungen Begleiterkrankungen von Schwerhörigkeit weitgehend mildert. Folglich führt die Behandlung von Schwerhörigkeit zu einer Verbesserung der allgemeinen Gesundheit der Betroffenen und somit zu einem Rückgang der Kosten für die medizinische Versorgung.

Investiert in hörmedizinische Gesundheitsvorsorge

„Die Behandlung mit Hörlösungen bereichert die Lebensqualität Schwerhöriger außerordentlich und ist wirtschaftlich sinnvoll, da sie nicht nur die Produktivität erhöht, sondern auch die Mehrkosten für die medizinische Versorgung Schwerhöriger reduziert. Zudem werden die Menschen, die heute mit einem unbehandelten Hörverlust leben, weiterhin zur Gesellschaft beitragen, wenn sie mit einer professionellen Hörlösung, wie Hörgeräten oder Hörimplantaten ausgestattet sind. Deshalb möchte ich Regierungen und öffentliche Verwaltungen dazu anhalten, in professionelle hörmedizinische Versorgung zu investieren. Dies ist eine sehr sinnvolle Investierung für die Gesellschaft”, so Generalsekretär der Interessengemeinschaft hear-it AISBL Kim Ruberg.

Studie
Studie „Hearing Loss – Numbers and Costs" (pdf)
Laden Sie hier die Pressemappe zur Studie herunter (ZIP-Ordner)

Societal costs - DE

 

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