29 August 2017

Verbindung zwischen Hörverlust und Eisenmangelanämie

Laut einer amerikanischen Studie besteht ein Zusammenhang zwischen Hörverlust und Eisenmangelanämie.

Menschen mit Eisenmangelanämie haben doppelt so oft Hörverlust wie Menschen ohne. Dies ist das Ergebnis einer Studie vom Pennsylvania State University College of Medicine, USA.

Die Forscher verglichen verschiedene Formen von Schwerhörigkeit und fanden dabei heraus, dass das Risiko für sensorineuralen Hörverlust bei Personen mit Eisenmangelanämie um 82% höher ist. Das Risiko für eine gemischte Schwerhörigkeit (sensorineuraler Hörverlust kombiniert mit Schallleitungsschwerhörigkeit) war 240% höher als bei Personen ohne Eisenmangelanämie.

Woher stammt der Zusammenhang?

Die Studie dokumentiert lediglich den Zusammenhang zwischen Hörverlust und Eisenmangelanämie. Sie beweist nicht, dass die Eisenmangelanämie eine Schwerhörigkeit verursacht.

Als möglich Erklärung warum Eisenmangelanämie mit Hörverlust im Zusammenhang steht, gibt HNO-Spezialist Peter Steyger, Oregon Health & Science University, Oregon Hearing Research Center gegenüber  upi.com an, dass mehrere Faktoren im Spiel sein könnten.

„Eisen ist eindeutig für das normale Funktionieren des Gehörs erforderlich, genauso wie für viele andere Organe. Zu wenig Eisen kann zu einer Blutarmut führen, wodurch das entsprechende Organ nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Zu wenig Eisen kann auch die Funktionsweise der Zellen stören und zu dessen Absterben führen. Wenn das mit den Haarsinneszellen im Innenohr passiert, könnte dies den Zusammenhang erklären“, so der Fachmann.

Eisenmangelanämie ist eine Blutarmut, die durch Eisenmangel verursacht wird. Eine Anämie ist die Abnahme der Anzahl der roten Blutkörperchen oder des Hämoglobins im Blut.

Über die Studie

In die Studie gingen die Untersuchungsdaten von 300.000 Erwachsenen aus den Jahren 2011 bis 2015 ein. Die Erwachsenen waren im Alter von 21 bis 90 Jahren mit einem Durchschnitt von 50 Jahren. 56,6% waren Frauen und 43,4% Männer.

Die Studie wurde in der Zeitschrift JAMA Otolaryngology - Head & Neck Surgery veröffentlicht.

Quellen: jamanetwork.com und upi.com

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