06 Oktober 2016

Warum einige Akustikusneurinome zu Schwerhörigkeit führen

Untersuchungsergebnisse zeigen auf, warum einige Akustikusneurinome zu einer Schwerhörigkeit führen, auch wenn sie nicht groß genug sind um das umliegende Gewebe, das für das Hören verantwortlich ist, zu beeinträchtigen.

Eine Studie, die vom Massachusetts Eye and Ear durchgeführt wurde, hat nachgewiesen, dass in einigen Vestibularisschwannomen Sekrete enthalten sind, deren Moleküle das Innenohr schädigen. Ein Vestibularisschwannomen wird auch als Akustikusneurinom bezeichnet.

Tumor beeinträchtigt Hörnerv

„Bekannt ist, dass diese Tumore (Vestibularisschwannome) zu Schwerhörigkeit führen können wenn sie auf dem Hörnerv wachsen", erklärt Konstantina M. Stankovic, MD, Ph.D., FACS, otologische Chirurgin und Forscherin am Massachusetts Eye and Ear.

„Wir wussten, dass es nicht so einfach, sein kann, weil es große Tumore gibt, die keine Schwerhörigkeit verursachen und kleine Tumore, die das Hörvermögen herabsetzen."

Die Forscher konnten in diesem Zusammenhang auch TNFa identifizieren. TNFa ist ein toxisches Molekül, das auch mit anderen Formen von Schwerhörigkeit in Verbindung steht. Dieses toxische Molekül ist auch in den Sekreten der Akustikusneurinome enthalten. Wenn das Sekrete direkt in die Cochlea einer Maus gelangen, führt dies zu schwerer Zellschädigung in der Cochlea der Tiere.

Hörverlust oft das erste Zeichen

Hörverlust ist oft das erste Zeichen eines Vestibularisschwannoms. Akustikusneurinome wachsen aus den Schwann-Zellen der vestibulären Nerven (Balance Nerven) im Innenohr. Sie sind die vierthäufigste intrakranielle Tumorenart.

Obwohl diese Art von Akustikusneurinom meist nicht nicht bösartig ist, können sie wachsen und das umliegende Gewebe schädigen und bei Druck auf den Gehirnstamm zum Tod führen. In den meisten Fällen jedoch beeinträchtigen die Tumore den Hörnerv und können dadurch eine vestibuläre Dysfunktion, Gesichtslähmungen oder Sensorineuraler Hörverlust verursachen. Die Studie zeigt eine zweite Art auf, in der die Tumore eine Schallempfindungsschwerhörigkeit verursachen können: Durch toxische Moleküle.

Hoffnung auf neue Behandlungsmöglichkeiten

Bis jetzt können Patienten mit symptomatischen oder wachsenden Akustikusneurinomen nur durch einen chirurgischen Eingriff oder Strahlentherapie geholfen werden. Jedoch kann beides zu ernsthaften Komplikationen führen.

"Weil diese Tumore gutartig sind, brauchen sie nicht entfernt oder bestrahlt werden, so lange sie nicht wachsen. Allerdings können auch Patienten mit nicht-wachsenden Tumoren eine Schwerhörigkeit ausbilden", so Dr. Stankovic.

"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Hörvermögen von Patienten mit Vestibularisschwannomen möglicherweise mittels Medikamente geschützt werden kann."

Die Studie wurde in Scientific Reports veröffentlicht.

Quelle: www.news-medical.net und Blausen.com staff. "Blausen gallery 2014"

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