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15 Oktober 2018

Wissenschaftliche Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und kognitiven Beeinträchtigungen

Ein Vergleich von elf wissenschaftlichen Studien brachte Schwerhörigkeit mit einem erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen in Verbindung.

Wissenschaftliche Studien zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und kognitiven Beeinträchtigungen

Eine Metastudie von vorausgehenden wissenschaftlichen Artikeln über den Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und kognitiven Beeinträchtigungen hat gezeigt, dass ältere Menschen mit einer beeinträchtigten Schallaufnahme (peripheres Hören) und/oder Schallverarbeitung (zentrales Hören) ein höheres Risiko haben, eine kognitive Beeinträchtigung zu erleiden. Bei einem mittleren und bei einem schweren Hörverlust lag das Risiko bei 30 %, welches einer 1,29-fachen Erhöhung des Erkrankungsrisikos im Vergleich zu gesunden Menschen entspricht.

Beim nachträglichen Überprüfen der Ergebnisse sechs Jahre nach Durchführung der Studie hatte sich das Erkrankungsrisiko um weitere 30 % erhöht und lag somit bei 60 %, welches einer 1,57-fachen Erhöhung des Erkrankungsrisikos gegenüber dem aller beobachteten Personen entspricht. Bei schwerem Hörverlust alleine wurde ein 3,21-facher Anstieg des Erkrankungsrisikos festgestellt, welches im Vergleich zum Erkrankungsrisiko Normalhöriger eine Erhöhung von 320 % darstellt.

Grade von Schwerhörigkeit

Wurde bei den Teilnehmern ein Hörverlust größer als 40 dB HL („hearing level”) im Vergleich zum Mittelwert der Reintonaudiometrie (pure-tone average, PTA) von 0,5, 1, 2 und 4 kHz festgestellt, welches einem mittel- oder schwergradigen Hörverlust entspricht, hatte sich bei älteren Menschen mit Hörverlust im Vergleich zu Personen mit normalem Gehör das Risiko der Entwicklung einer kognitiven Beeinträchtigung um 29 - 57 % erhöht.

Ältere Menschen hatten darüber hinaus auch ein 1,29-fach (30 %) höheres Risiko eine kognitive Beeinträchtigung zu erleiden, wenn der Hörverlust mehr als 25 dB betrug, welches einer leichtgradigen Schwerhörigkeit entspricht.

Bei älteren Teilnehmern schätzte die Studie die Inzidenz von kognitiven Beeinträchtigungen auf 12 %, im Fall, dass der Mittelwert der Reintonaudiometrie (PTA) kontinuierlich für jede 10 dB Zunahme des Hörverlustes ermittelt wurde.

Über die Studie

In der Studie wurden Artikel und Studien, welche in den Datenbanken PubMed und Embase vorliegen, durchgesehen und miteinander verglichen. Die Metastudie umfasste so elf Studien.

Der Artikel „ The risk of cognitive impairment associated with hearing function in older adults: a pooled analysis of data from eleven studies” wurde in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht.

Quelle: Scientific Reports

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