16 März 2021

Zu viele Senioren leben mit unbehandelter Altersschwerhörigkeit

Expertengremium aus den Bereichen Altern und Gehör veröffentlicht eine Absichtserklärung mit fünf zentralen Punkten zur Verbesserung der Hörgesundheit bei älteren Erwachsenen.
Zu viele Senioren leben mit unbehandelter Altersschwerhörigkeit

Altersbedingter Hörverlust ist die häufigste Störung der Sinnesverarbeitung bei älteren Menschen und die dritthäufigste Ursache für sogenannte „mit Behinderung gelebte Lebensjahre“ („years lived with disability”, kurz: YLD). Genau genommen ist das gleichzeitige Auftreten von Hör- und Sehbeeinträchtigungen die weltweit zweitgrößte Ursache bei Rehabilitationsbedarf (Reha-Bedürftigkeit).

Sensorische Fähigkeiten wie der Hörsinn werden mit zunehmendem Alter herabgesetzt. Dies beginnt schon in den mittleren Lebensjahren. Ab einem Alter von 80 Jahren werden die sensorischen Fähigkeiten jedoch deutlich schneller abgebaut. Heutzutage sind etwa 466 Millionen Menschen von schwerwiegendem Hörverlust betroffen, was ganzen 65 % der Weltbevölkerung über 60 entspricht.

Oft weder festgestellt noch behandelt

Trotz eines stetig wachsenden Angebots an wirksamen, kosteneffizienten und nicht zuletzt leicht verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten und Hilfstechnologien für erwachsene Schwerhörige leben viele Senioren mit unbehandelten Hörminderungen, die oft erst gar nicht diagnostiziert werden. Diese beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit im Alltag und erhöhen das Risiko vieler altersbedingter gesundheitlicher Probleme. In Anbetracht der bedeutenden ökonomischen und sozialen Beiträge älterer Menschen zum Wohlergehen ihrer Familie und anderen Gemeinschaften ist es äußerst wichtig, das Thema Schwerhörigkeit bei Senioren anzusprechen.

Handlungsbedarf in fünf Kernbereichen

Der Altenpflege- und Hörgesundheitssektor setzen sich deshalb gemeinsam dafür ein, auf die wichtige Verbindung zwischen einem guten Gehör und Gesundheit im Alter sowie der Bedeutung der Verbesserung der Zugänglichkeit von Hörgesundheitsangeboten für ältere Menschen aufmerksam zu machen.

Die International Federation on Ageing, kurz IFA, hat zusammen mit Vertretern der Fachbereiche Audiologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Psychologie, Geriatrie, Gerontologie und der Demenzforschung sowie Vertretern führender Universitäten, des öffentlichen Gesundheitswesens, Regierungsmitgliedern, Vertretern der Industrie und von NGOs eine Absichtserklärung veröffentlicht. Diese beruht auf den Ergebnissen des „Think Tank on Hearing in Later Life” (Expertenkommission für Hören im Alter), welcher im November 2020 auf einer Fachkonferenz tagte.

Die gemeinsame Erklärung hebt fünf Kernbereiche mit erhöhtem Handlungsbedarf hervor. Um die Hörgesundheit älterer Menschen zu verbessern, muss Folgendes umgesetzt werden:
1. Aufmerksamkeit schaffen und Stigma verhindern.
2. Forschung betreiben und Wissen verbreiten, um Strategien für gesundes Altern zu fördern.
3. Die ökonomischen Vorteile von Hörgesundheit ansprechen und auf das Thema Schwerhörigkeit als Problem im öffentlichen Gesundheitswesen aufmerksam machen.
4. Gerechtigkeit und Zugang zu Hörgesundheitspflege fördern.
5. Evidenz-basierte Handlung.

Laden Sie die Absichtserklärung hier herunter. Die Erklärung ist auf Englisch verfügbar.

Weiterlesen:

Erhalten Sie unsere News zum Thema Schwerhörigkeit

Sie möchten mehr von uns zum Thema Schwerhörigkeit wissen? Abonnieren Sie unseren Newsletter
Bestehen Sie unseren Hörtest?
Machen Sie unseren Hörtest
Bestehen Sie unseren Hörtest?
Machen Sie unseren Hörtest
Hör Schwerhörigkeit zu
Hör Schwerhörigkeit zu
Regelmäßig den hear-it-Newsletter erhalten.