13 Oktober 2020

Zusammenhang zwischen altersbedingtem Hörverlust und kognitiven Störungen

Zusammenhang zwischen altersbedingtem Hörverlust und kognitiven Störungen.

Studie bringt sowohl schwereren als auch länger bestehenden altersbedingten Hörverlust mit einem erhöhten Vorkommen kognitiver Störungen in Verbindung.

Im Rahmen einer koreanischen Studie wurden 399 Patienten über 65 untersucht. Allen Probanden wurden kurz vor ihrer Teilnahme Hörgeräte verschrieben, wobei Schwerhörigkeit als Hauptgrund für das Verordnen der Hörhilfen genannt wurde.

Genauer gesagt erhielten die Versuchsteilnehmer ihre Hörgeräte aufgrund von Altersschwerhörigkeit, die in der Fachsprache auch Presbyakusis genannt wird. Ganze 45 Teilnehmer (11,3 %) hatten zum Zeitpunkt ihrer Diagnose eine Demenzerkrankung. Die restlichen 354 Teilnehmer (88,7 %) waren gesund.

Die Forscher teilten die Probanden mit einer Demenzdiagnose anhand des Grades ihrer Erkrankung in zwei Untergruppen ein. In der einen Gruppe waren Probanden mit einer milden, in der anderen Gruppe Probanden mit einer schweren Demenzerkrankung zu finden. Hierbei fiel den Wissenschaftlern auf, dass die Hörschwelle bei Teilnehmern mit einer schweren Demenzerkrankung signifikant höher lag als bei denen mit einer milden. Mit anderen Worten war der Hörverlust bei den teilnehmenden Demenzpatienten schwerwiegender als bei den gesunden Probanden.

Das Vorkommen von Demenzerkrankungen bei Personen mit einem milden, mittelgradigen, mittelgradig bis schweren und hochgradigen Hörverlust lag bei jeweils 10,5 %, 11,5 %, 12,2 % und 14 %.

In der Studie war das Auftreten von Demenzerkrankungen bei Patienten, die schon über zehn Jahre oder sogar länger schwerhörig gewesen waren deutlich höher als bei Patienten, deren Hörminderung seit weniger als zehn Jahre bestand.

Untersuchungen und Diagnoseverfahren

Alle Probanden nahmen an einem Hörtest (Reintonaudiometrie, kurz: RTA) mit Hörschwellen von 125 Hz, 250 Hz, 500 Hz, 1 kHz, 2 kHz, 4 kHz und 8 kHz teil.

Kognitive Störungen wurden in der Studie von einem Neurologen und einem Psychiater beurteilt. Eine Demenzdiagnose wurde anhand von Fragebögen, klinischen Symptomen, Alter, Bildungsniveau, neuropsychologischer Beurteilung und MRT-Bildern gestellt.

Die Studie wurde unter dem Titel „The Relationship between Age-Related Hearing Loss and Cognitive Disorder“ durch die Karger Verlagsgruppe veröffentlicht.

Quellen: www.ncbi.nlm.nih.gov und Karger Publishers.

Weiterlesen:
Regelmäßig den hear-it-Newsletter erhalten.